Briefbomben-Attentate Polizei setzt auf Massengentest

Sieben Sprengsätze hat ein unbekannter Täter an verschiedene Politiker und den polnischen Generalkonsul in München verschickt - und offenbar auch einen Einbruch im niederbayerischen Hutthurm begangen. Deshalb sollen jetzt alle Männer der Gemeinde Speichelproben abgeben.

Bei der Suche nach dem niederbayerischen Briefbomben-Attentäter setzt die Polizei im Landkreis Passau jetzt auf einen Massen-Gentest. Der Passauer Oberstaatsanwalt Wolfgang Neuefeind sagte, betroffen seien männliche Bewohner aus der Gemeinde Hutthurm. Sie werden derzeit von LKA-Beamten um freiwillige Speichelproben gebeten, die mit an den Briefbomben gefundenen DNA-Spuren verglichen werden sollen. Die Ermittler hatten festgestellt, dass die DNA-Spur des Täters mit einer Vergleichsspur aus einem Einbruch in ein Gasthaus in Hutthurm übereinstimmt.

Zeitungsberichten zufolge hat die Kripo beim Bürgermeister von Hutthurm eine Namensliste aller Männer der Gemeinde zwischen 16 und 70 Jahren angefordert. Der Hutthurmer Bürgermeister Hermann Baumann rief laut Münchner Abendzeitung alle in Frage kommenden rund 2.000 Einwohner auf, sich an dem Massen-Gentest zu beteiligen. "Denn es ist im Sinne aller, dass dieser Täter gefasst wird, bevor noch etwas Schlimmeres passiert", sagte er.

Am Dienstag war beim polnischen Generalkonsulat in München die bislang letzte Briefbombe eingegangen. Oleksy hatte am vergangenen Wochenende die Veranstaltung "Menschen in Europa" in Passau besucht.

Seit Ostern hatte der Attentäter sechs Briefbomben verschickt. Ziele waren der Passauer Oberbürgermeister Albert Zankl und Landrat Hanns Dorfner (beide CSU), die Deggendorfer Bundestagsabgeordnete Bruni Irber, der Landrat von Dingolfing-Landau, Heinrich Trapp (beide SPD), sowie zuletzt am 30. August der Straubinger Oberbürgermeister Reinhold Perlak (SPD) und der Regener Landrat Heinz Wölfl (CSU). Bei der Detonation dieses Sprengsatzes wurde eine Mitarbeiterin im Landratsamt Regen leicht verletzt.