Böhringer-Prozess: Gerd Käfer sagt aus Prominenter Zeuge

Es sei ums Geld gegangen, und Böhringer habe gesagt, "der Benni will immer mehr und mehr. Jetzt ist Schluss, ich ändere alles". Gemeint könnte damit ihr Testament sein, in dem der Angeklagte als Haupterbe eingesetzt gewesen sein soll.

Verteidiger Peter Witting reagiert gereizt auf diese Aussage. Er hält Käfer vor, bei seiner früheren Vernehmung bei der Polizei diesen zentralen Vorfall mit keinem Wort erwähnt zu haben. "Bleiben Sie bei der Wahrheit" fährt er Käfer an. Der hält dagegen: "Schreien Sie mich nicht so an."

Vielleicht habe er es in der damaligen Vernehmung schlicht vergessen zu erwähnen. "Das tut mir dann leid, das war ein Fehler von mir." Ein anderer Teilnehmer des Stammtisch-Abends, Böhringers Hausarzt Veit R., hatte zwar eine ähnliche Äußerung Böhringers ("aus, vorbei") geschildert.

Der Zeuge hatte die Atmosphäre aber als "unterkühlt" beschrieben und nichts von einem lautstarken Disput erwähnt. Was aber ist nun wahr? Anwalt Witting jedenfalls ist empört und wirft dem Gericht indirekt Tatenlosigkeit vor: "In diesem Saal wurden schon ganz andere wegen Falschaussage festgenommen."

Käfer darf den Saal jedenfalls ohne Wachtmeister-Begleitung verlassen, und als nächster Zeuge ist der Juwelier Maximilian Heiden, 42, dran. Er will auch beobachtet haben, dass sich das Verhältnis zwischen Böhringer und ihrem Neffen in den letzten Monaten verschlechtert habe.

Angesprochen auf ihren Neffen habe Böhringer zuletzt nur noch abgewunken und unwirsch reagiert. Er habe immer den Eindruck gehabt, dass Benedikt T. seiner Tante "parieren" musste und er in "stoischer Ruhe" alles hingenommen habe: "Was sie sagte, war Gesetz."

Die Anträge auf Aussetzung des Verfahrens lehnte die Kammer am Freitag ab. Die Verteidiger hatten aufgrund ständig neuer Aktenzugänge moniert, zu wenig Zeit für die Bearbeitung zu haben. Das Gericht verwies auf längere Unterbrechungen, die ohnehin geplant seien. Fortsetzung folgt am 16. Juli.