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Baustelle legt Tram lahm:Zehn Kilometer werden ausgetauscht

Während der Urlaubszeit, knöpfen sich die Bauarbeiter die Tramgleise in der Dachauer Straße vor. Auf den Linien 20 und 21 geht sechs Wochen gar nichts mehr. Die MVG setzt Ersatzbusse ein.

München macht Urlaub, da knöpfen sich die Bauarbeiter die Tramgleise in der Dachauer Straße vor: Sechs Wochen lang geht gar nichts mehr auf den Linien 20 und 21, stattdessen rollen Busse zwischen Stachus und Moosach. Teilweise lahmgelegt sind auch die kreuzende Linie12 sowie, wegen einer anderen Baustelle, die 17er und 18er.

Sechs Wochen lang geht gar nichts mehr auf den Linien 20 und 21. Teilweise lahmgelegt sind wegen einer anderen Baustelle auch die 17er und 18er.

(Foto: Foto: Robert Haas)

Sonntagnacht wird die vorerst letzte Trambahn die Dachauer Straße durchrattern - dann sind die 30 Jahre alten Gleise zwischen Karl- und Heideckstraße reif für den Schrotthändler. 9630 Meter Schiene werden während der Sommerferien neu verlegt, dazu kommen 17 erneuerungsbedürftige Weichen. Zwölf davon befinden sich allein am Leonrodplatz, dem wohl kritischsten Bereich der Baustelle: Dort kreuzen mit der 12er eine weitere Tramlinie sowie der Metrobus 53. Letzterer darf zwar die Baustelle queren, könnte aber wegen der voraussehbaren Engpässe zum Dauerärgernis für Freunde pünktlichen Fahrens mutieren.

Wenig Glück haben auch die Autofahrer - obwohl ausnahmsweise keine Trambahn die eigene Grünphase durchkreuzen kann. Denn in der Dachauer Straße verbleibt abseits der Hauptlastzeit (morgens stadteinwärts, abends stadtauswärts) nur eine Spur je Richtung, am Leonrodplatz entsteht ein sehr stauanfälliger Kreisverkehr.

Auch der Westast der 12er Tram wird stillgelegt

Kein Platz bleibt in diesem Szenario für den Verursacher des Ganzen, die Trambahn. Von Montag an bis einschließlich 14. September rollen entlang der 20/21er-Achse Ersatzbusse - der 121er im Fünf-Minuten-Takt zwischen Stachus und Westfriedhof sowie der 120er vom Westfriedhof nach Moosach.

Eine durchgehende Linie auf der gesamten Strecke gibt es nicht, da die MVG zumindest ab Westfriedhof pünktliche Anschlüsse gewährleisten will. Das Unternehmen empfiehlt deshalb allen Moosachern, den Ersatzbus121 zu verschmähen und lieber mit der U1 bis zum Westfriedhof zu fahren. Die Nachttram N20 wird dagegen durch eine durchgehende Buslinie ersetzt, den N120er zwischen Stachus und Moosacher Bahnhof.

Parallel zu den Linien 20 und 21 wird auch der Westast der 12er Tram stillgelegt. Die Züge rollen nur noch zwischen Scheidplatz und der Gleisschlaufe am Ackermannbogen (Olympiapark Süd; in fußläufiger Entfernung zum Leonrodplatz). Zusätzlich gibt es den Ersatzbus112 zwischen Rotkreuz- und Romanplatz. Wer die gesamte Strecke befahren will, also auch den Leonrodplatz queren, muss auf den Bus 53 ausweichen.

Sanierung des Stachus-Bauwerks

Zeitweise gesperrt wird während der Ferien auch die Tramtrasse in der Bayerstraße (Linien 16, 17 und 18) - die Sanierung des darunterliegenden Stachus-Bauwerks erfolgt teilweise von der Oberfläche aus. Von Montag, 4. August, bis einschließlich Freitag, 8. August, sowie von Montag, 1. September, bis Donnerstag, 4. September, enden deshalb die Ostäste der Linien 17 und 18 ganztags am Stachus (genauer: Ottostraße), an allen Tagen dazwischen ist jeweils nur der Spätverkehr nach 22.45 Uhr betroffen.

Die westlichen Abschnitte der Linien werden im gleichen Zeitraum zur Baustellen-Tram37 zusammengelegt, die somit von der Amalienburgstraße zum Hauptbahnhof und weiter über die Landsberger Straße gen Gondrellplatz rollt. Den Westabschnitt der Nachtlinie N17 übernimmt der Nachtbus N117.