Ärger für ZDF-Moderatorin Die Milch-Botschafterin

"Schirmherrin des Weihenstephan-Qualitätsbeirats" sollte ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein werden - doch ihr Arbeitgeber war von dem Engagement wenig begeistert. Jetzt fordert die 46-Jährige von ihrem Ex-Berater die Provision zurück.

Von Ekkehard Müller-Jentsch

Ein Vertrag mit der Molkerei Weihenstephan hat ZDF-Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein nichts wie Ärger beschert. Deshalb fordert die 46-Jährige vor dem Landgericht München I von ihrem früheren Marketingberater Peter Olsson rund 19.000 Euro Provision zurück.

ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein hatte Ärger wegen eines Werbevertrags.

(Foto: dpa)

Der Wahlmünchner versorgte früher auch schon Sportgrößen wie Michael Ballack und Boris Becker mit Werbeverträgen. Und nun hatte er als Chef der Münchner Agentur "PerformancePlus" die Moderatorin an die bayerische Großmolkerei als "Schirmherrin des Weihenstephan-Qualitätsbeirats" vermittelt.

Während KMH, wie die Frontfrau des "Aktuellen Sportstudios" meistens nur genannt wird, im Sommer 2010 bei der Fußball-WM in Südafrika war, bemängelte ZDF-Chefredakteur Peter Frey: "Ihr Internet-Auftritt auf den Seiten von Weihenstephan ist nicht glücklich und kann so nicht bleiben."

Zwar hatte sich die freie Mitarbeiterin von ihrem Chefredakteur das Engagement in der Milchwirtschaft angeblich genehmigen lassen. Aber ihre diesbezügliche Information per Mail an ihn war, wie nun in der Gerichtsverhandlung am Donnerstag anklang, wohl zu knapp ausgefallen.

Er sei "nicht grundsätzlich dagegen, dass Kollegen Nebentätigkeiten ausüben, solange sie keinen werblichen Charakter haben", hatte Chefredakteur Frey später erklärt. Sein Vorgänger, Nikolaus Brender, formulierte es knapper: "Journalisten werben nicht."

Werner Hennen, Anwalt von Olsson aus Köln, ließ nun im Justizpalast durchblicken, dass der Ärger damals auch andere Ursachen gehabt haben könnte. Man soll sich in der Chefredaktion massiv über eine verbale Entgleisung von KMH geärgert haben, als sie zu ihrem Studiogast Oliver Kahn sagte: "Das ist für Miro Klose doch ein Innerer Reichsparteitag." Der Anwalt deutete auch an, dass zudem schon ein Wechsel von Müller-Hohenstein zu Sat1 in Vorbereitung gewesen sei - die Moderatorin habe dann jedoch abgelehnt.

In der Verhandlung machte die klagende Sportjournalistin deutlich, dass sie den Vertrag mit Weihenstephan ebenso wenig genau gelesen habe wie ihren Vertrag mit dem ZDF - nach dem Motto: "Wer liest schon das Kleingedruckte." Sie habe den Leuten vertraut, die das gemacht haben. Ihr Anwalt Till Dunckel aus Hamburg meinte, sie habe ihrem Exklusivmanager geglaubt, dass es keine Werbung sei. Olsson habe prüfen müssen, ob das Engagement sinnvoll sei.

Anwalt Hennen hielt dagegen: Ein Marketingmanager sei ein Makler und kein Jurist, der Verträge aufsetzt - "dieser Vertrag kam vom Auftraggeber, direkt von Weihenstephan". KMHs ZDF-Vertrag mit dem Werbeverbot kenne Olsson gar nicht. Die Moderatorin widersprach: Wegen der Sat-1-Verhandlungen habe sie ihm das Dokument ausgehändigt.

Die Vorsitzende der 30. Zivilkammer will, nachdem Vergleichsbemühungen gescheitert sind, voraussichtlich am 29. März eine Entscheidung verkünden. Wie die ausfallen könnte, hatte sie mit einer Bemerkung in der mündlichen Verhandlung anklingen lassen: "Managen heißt nicht, alles wasserdicht zu machen - dafür hat man seine Rechtsanwälte."