Großbritannien:Bildungs-Brexit

Boris Johnson kappt die Verbindungen zum Erasmus-Programm. Der Egoismus ist fatal - nicht zuletzt für Studierende aus dem Rest Europas.

Von Susanne Klein

Es ist eine harte, ja eine zynische Entscheidung. Ein paar Monate eintauchen ins studentische Leben von München, Córdoba oder Vilnius und - ohne Studiengebühren, mit Stipendium - Teil des europäisch-akademischen Netzwerks werden: Dieser Erasmus-Traum ist seit dem Post-Brexit-Abkommen für britische Studierende (außer nordirische) ausgeträumt. Just den jungen Leuten also, die gegen den Brexit protestierten, schlägt Premier Boris Johnson jetzt auch noch diese Tür nach Europa zu.

Ein Armutszeugnis ist die Entscheidung zudem. Sich bei den symbolisch wertvollen Fischereirechten zusammenzuraufen, war den Verhandlern wichtiger als eine Einigung beim Bildungsaustausch. Erasmus sei zu teuer, hat Johnson gesagt und ein Ersatzprogramm angekündigt - das folglich nur ein Sparprogramm sein kann. Offenbar will der Premier Auslandsaufenthalte von britischen Studierenden fördern, nicht aber Inlandsaufenthalte von ausländischen Studierenden.

Das ist die Logik des Brexit-Egoismus. Aus europäischer Sicht ist sie fatal, weil Londons Absage nach mehr als 30 Jahren Erasmus-Gemeinschaft auch nicht-britische Studierende hart trifft. Für sie war Großbritannien stets eins der beliebtesten Länder. Dort eine Weile zu studieren, dürfte deutlich schwieriger und teurer werden.

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