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ZDF-Klassiker:Vier sind zurück

Das "Literarisches Quartett" kommt in einer Wiederauauflage zurück ins ZDF - geleitet von Literaturkritiker Volker Weidermann.

Knapp 14 Jahre nach der Einstellung des Literarischen Quartetts kehrt der ZDF-Klassiker in einer Neuauflage auf den Bildschirm zurück. Vom 3. Oktober an soll der Literaturkritiker Volker Weidermann sechsmal im Jahr mit dem Schriftsteller Maxim Biller, der Journalistin und WDR-Moderatorin Christine Westermann sowie einem wechselnden Gast Neuerscheinungen diskutieren. Harald Schmidt, über dessen Teilnahme vor einigen Wochen spekuliert wurde, ist also zumindest als festes Mitglied des Ensembles nicht dabei. "Das ZDF hat mich gefragt und ich konnte mir keine ehrenvollere Aufgabe vorstellen, als diese Runde zu leiten", bestätigte Spiegel-Neuzugang Volker Weidermann, der zwölf Jahre lang einer von zwei Leitern des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung war, am Mittwoch.

Mit der Wiederauflage des Literatischen Quartetts tritt Weidermann, 45, in die Fußstapfen seines Mentors Marcel Reich-Ranicki, der bis kurz vor seinem Tod 2013 in der FAS die von Weidermann redaktionell betreute Kolumne "Fragen Sie Reich-Ranicki" schrieb. Mit Änderungen am Konzept ist nicht zu rechnen. "Der Unterschied sind die Leute, die da sitzen", sagte Weidermann. "Mir fällt schlicht kein zwingenderes Konzept ein: Vier Menschen reden über Bücher." Insbesondere die Verpflichtung Maxim Billers, einst berühmt-berüchtigt für seine Kolumne "100 Zeilen Hass" im Lifestylemagazin Tempo, bürgt dafür, dass Polemik und Kontroverse im Literatur-Stuhlkreis nicht zu kurz kommen.

Gegenüber der Urbesetzung aus Reich-Ranicki sowie den Kritikerkollegen Hellmuth Karasek und Sigrid Löffler ist die neue Runde ein wenig unterhaltsamer, populärer angelegt, doch Weidermann verspricht, dass auf dem freien Platzregelmäßig professionelle Kritiker Platz nehmen werden. Das Literarische Quartett ersetzt die Sendung Das blaue Sofa mit Wolfgang Herles, der in Pension geht.