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Uwe Steimle:Vertrauensverlust

Uwe Steimle, 56, wurde in Dresden geboren. Nach einer Ausbildung zum Industrieschmied und dem Besuch einer Theaterhochschule gehörte er seit 1989 dem Dresdner Kabarett „Herkuskeule“ an. Er tritt regelmäßig mit Soloprogrammen auf.

(Foto: PR)

Jetzt doch: Der Mitteldeutsche Rundfunk trennt sich von Schauspieler Uwe Steimle. Die Gründe sind allerdings nicht wirklich neu.

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) trennt sich von dem Schauspieler und Kabarettisten Uwe Steimle. Grund seien wiederholte öffentliche Vorwürfe gegen den Sender, teilte MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi am Mittwoch auf Twitter mit. Die MDR-Sendung Steimles Welt, die vier Mal im Jahr ausgestrahlt wird, werde daher im Jahr 2020 nicht fortgesetzt.

Anfragen bei Steimles Management mit Bitte um einen Kommentar blieben zunächst unbeantwortet. Steimle, 56, habe wiederholt die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks infrage gestellt, teilte Jacobi mit. In einem Interview mit der Jungen Freiheit habe er dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk 2018 "mangelnde Staatsferne" vorgeworfen. "Der MDR hat schon damals öffentlich klargestellt, dass diese Aussage für ihn nicht akzeptabel ist", sagte Jacobi. Nach neuerlichen Vorwürfen gegen den MDR wegen mangelnder Loyalität dem Kabarettisten gegenüber sei "nun der Punkt erreicht, der eine weitere Zusammenarbeit für uns unmöglich macht". In einem Interview mit der Thüringer Allgemeinen vom 16. November hatte sich Steimle "entsetzt und traurig" gezeigt, dass sich der MDR nicht schützend vor ihn stellt. Der Sender entgegnete in einer Mitteilung, dass er "trotz inhaltlich durchaus fragwürdiger Äußerungen" Steimles an ihm festgehalten habe. Nach dem erneuten Vorwurf sehe man jedoch keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Als Schauspieler ist der Dresdner einem breiten Publikum unter anderem als Kommissar Jens Hinrichs in der Fernsehserie Polizeiruf 110 bekannt geworden. Im Februar 2018 hatte ihm der Verein Friedensdekade nach Protesten und Populismusvorwürfen die Schirmherrschaft der Ökumenischen Friedensdekade entzogen.