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TV-Tipps zum Wochenende:Gier nach Macht

Macbeth

Die Pläne von Macbeth und seiner Lady (Michael Fassbender, Marion Cotillard) sind alles andere als christlich: Sie wollen den König ermorden.

(Foto: ZDF/Studiocanal)

Wo immer man auch einschaltet: Überall sieht man Männer, die sich nicht unterordnen wollen. Und nur einer hat gute Gründe dafür.

Macbeth

Shakespeares Geschichte eines skrupellosen Aufsteigers (der im Stück dann doch die Nerven zu verlieren droht) und seiner mindestens ebenso skrupellosen Frau: Der Australier Justin Kurzel hat sie 2015 neu verfilmt, mit dem famosen Paar Michael Fassbender und Marion Cotillard. Sie sind die Macbeths, die nach Englands Krone greifen und dabei über Leichen gehen. Fassbender spielt Macbeth als einen Krieger, der nur in dieser Logik denken kann. Sie ist ziemlich verstörend, da Macbeth unbeirrbar bleibt, selbst dann noch, wenn sein und seiner Frau Handeln absehbar in einen Wahn und den eigenen Untergang führen. In höfische Ränke ist auch Marie Antoinette verstrickt. Sofia Coppola inszeniert die Österreicherin auf dem französischen Thron als It-Girl des Pariser Spätabsolutismus (Sixx, Sonntag, 20.15 Uhr).

Königsdrama, 3Sat, Sonntag, 23.15 Uhr

La Strada - das Lied der Straße

Der Name der Hauptfigur ist sprichwörtlich geworden: Zampanò. Ein grobschlächtiger Kerl, der auf Jahrmärkten und im Zirkus Eisenketten mit seinem Brustkorb sprengt. Dazu braucht er eine Assistentin, die er sich erkauft und dementsprechend auch wie eine Sklavin behandelt. Federico Fellinis Film steht am Ende des italienischen Neorealismus, er hat 1954 den Silbernen Löwen in Venedig und 1957 den Oscar als bester fremdsprachiger Film gewonnen - erstmals konkurrierten auch in dieser Kategorie mehrere nominierte Filme. Ein Film über die Ausgegrenzten, über die Härten ihres Alltags und ihre Unfähigkeit zur Empathie. Im Anschluss (22 Uhr) läuft die Dokumentation Auf den Spuren Fellinis von Gérald Morin, in den Siebzigern Sekretär und Regieassistent des Jubilars - Federico Fellini würde am Montag 100 Jahre alt.

Tragödie, 3Sat, Samstag, 20.15 Uhr

Tanz der Teufel

Bevor der Regisseur Sam Raimi in den Nullerjahren die Spiderman-Reihe neu belebt hat, war er ein Spezialist für fiese Umtriebe von Untoten. Ein Buch mit Beschwörungsformeln, daneben ein Tonband - davon versprechen sich neugierige Studenten an einem Wochenende auf einer Berghütte einen unverhofften Kick. Den bekommen sie, allerdings weitaus grausamer, als sie sich das in ihrer Gruselstimmung ausgemalt haben. Raimi hat damit einen Klassiker des Genres geschaffen, der hier in der ungeschnittenen Fassung zu sehen ist. Nur eine halbe Stunde später bekommt Tanz der Teufel Konkurrenz durch Neil Jordans Interview mit einem Vampir: Aus der Chronik der Vampire. Jordan dreht den Spieß um, macht aus den vermeintlichen Monstern Opfer von Anderssein und Ausgrenzung (Sixx, Sonntag, 22.40 Uhr).

Horror, Tele 5, Sonntag, 22.10 Uhr

Die Insel

Für ihre Rolle in Marriage Story als scheidungswillige, auf einer eigenen Karriere beharrenden Frau ist Scarlett Johansson als beste Hauptdarstellerin bei den Oscars nominiert, für ihre heldenmütige Mutterrolle in Jojo Rabbit als beste Nebendarstellerin. Eine doppelte Chance für die 35-Jährige. Als sie im Alter von 20 Jahren Die Insel dreht, ist sie bereits zehn Jahre im Geschäft. Es geht um eine gigantische Lüge, mit der weite Teile der Menschheit nach einer globalen Katastrophe kleingehalten werden. Bis zwei Mutige dem auf die Schliche kommen. Um Spionage dreht sich auch Raazi - Die Agentin, allerdings spielt dieser Film in der indisch-pakistanischen Gegenwart. Er ist schon deshalb bemerkenswert, weil er zeigt, dass das indische Kino weitaus mehr kann als nur Bollywood (Zee.One, Sonntag, 20.15 Uhr).

Sci-Fi-Thriller, Pro Sieben, Samstag, 22.50 Uhr

© SZ vom 18.01.2020
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