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Spielfilmtipps:Vom Hexen und Erwachsenwerden

Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki

Der Leichtgewichtsboxer Olli Mäki (Jarkko Lahti) liebt seinen Sport. Er liebt aber auch seine Freundin, seine Gesundheit, sein Milieu.

(Foto: SR/Kuokkasen/Kuvaamo/Camino)

Jake Gyllenhaal in seiner ersten großen Rolle und Jack Nicholson als durchtriebene Hexe im Wettstreit mit Cher, Michelle Pfeiffer und Susan Sarandon. Die TV-Tipps für das Wochenende.

Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki

Ein Sportfilm, der mit den Konventionen des Genres bricht. Weil der Regisseur Juho Kuosmanen ohne Pathos und Glamour auskommt, weil er kein Spektakel inszeniert. Und vor allem, weil die Hauptfigur kein Sieger ist. Der Leichtgewichtsboxer, der vor drei Monaten gestorben ist, hat es im wirklichen Leben zum Europameister gebracht. Aber einen Weltmeister konnte er nicht schlagen. Der Film, in körnigem Schwarz-Weiß gedreht, zeigt, wie Mäki sich auf diesen Kampf vorbereitet, in dem er k. o. gehen wird; 1962, als die Weltmeisterschaft in seiner finnischen Heimat stattfindet. Im Zentrum steht ein schüchterner, verliebter Mann, gespielt von Jarkko Lahti. Der sich die Frage stellt, was er riskiert, wenn er gegen einen übermächtigen Gegner in den Ring steigt. Und ob es das wert ist.

Sportdrama, ONE, Samstag, 21.40 Uhr

Sieben Minuten nach Mitternacht

Der 13-jährige Conor (Lewis MacDougall) hat gerade den Film King Kong und die weiße Frau gesehen - und jetzt Albträume davon: Ein riesiger Baum steht vor seinem Zimmer und grapscht sich den Jungen, so wie der Riesenaffe in dem Film sich die Frau krallt. Es gibt für Conor jedoch kein Erwachen in diesem Fantasy-Drama von Juan Antonio Bayona. Oder anders: Der Baum ist kein Traum, er ist auf verschrobene Art ein Teil der Realität, die für den Jungen einen großen Schrecken bereithält. Ein trauriger, ein furchterregender Film ist das, durch den wir in die Seele dieses Kindes blicken, auf der Suche nach Hoffnung. Das Erwachsenwerden zeigt auch Richard Kellys Regiearbeit Donnie Darko als Horrortrip. Jake Gyllenhaal hatte hier 2001 seine erste große Rolle - und Patrick Swayze einen verrückten Auftritt (Servus TV, Samstag, 22.10 Uhr).

Jugenddrama, SAT1, Samstag, 20.15 Uhr

Die Hexen von Eastwick

Unter allen Hexen Hollywoods ist Jack Nicholson wahrscheinlich die durchtriebenste, in den Filmen ebenso wie auf dem Set. Hier nimmt er es mit drei Konkurrentinnen auf, die - was ihre Verführungskünste anbelangt - durchaus von seinem Kaliber sind. Und die, in ihren Rollen als Hobbyhexen, über sich hinauswachsen, um den herbeigehexten Satan wieder loszuwerden. Zuvor haben die drei Damen - gespielt werden sie von Cher, Michelle Pfeiffer und Susan Sarandon - jedoch ihren Spaß mit dem so dreisten wie lüsternen Gast. In der Nachbarschaft stoßen die Orgien des Quartetts auf Ablehnung. Dabei fanden diese Spießbürger es zuvor merkwürdig, dass das Trio so ganz ohne Männer ausgekommen ist. Kurz: Ihnen kann man nichts recht machen, und das bekommt ihnen nicht gut.

Komödie, ARTE, Sonntag, 20.15 Uhr

Moon - Die dunkle Seite des Mondes

Die Rückseite des Erdtrabanten hat die Menschen schon immer inspiriert - Pink Floyd haben ein wunderbares Album gemacht, und Duncan Jones, der Sohn von David "Ziggy Stardust" Bowie, lässt dort einen vereinsamten Menschen (Sam Rockwell), der seinen Verstand zu verlieren droht, nach Erhellung und Selbsterkenntnis graben. Katherine Johnson, Dorothy Vaughn und Mary Jackson waren nie auf dem Mond. Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen erzählt die Geschichte der afroamerikanischen Mathematikerinnen, die zum Gelingen der Mondlandung beigetragen haben (Sat 1, Sonntag, 20.15 Uhr). Weitere Ausflüge ins All: Die erste Fahrt zum Mond, mit Tricktechnik von Ray Harryhausen (MDR, Sonntag, 10.15 Uhr), Salyut-7 (Tele 5, Samstag, 20.15 Uhr) und Apollo 13 (SRF 1, Samstag, 20.10 Uhr).

Science-Fiction, SWR, Sonntag, 23.30 Uhr