Shitstorm Komikerin

Nach ihrer TV-Kritik über einen Auftritt von Stand-up-Comedian Enissa Amani bekommt Autorin Anja Rützel es mit deren Followern zu tun. Rützel sah sich daraufhin gezwungen, ihr Instagram-Profil auf privat zu stellen.

Von David Denk

Die Autorin Anja Rützel findet Enissa Amani nicht lustig und hat das in einer TV-Kritik für Spiegel Online am Donnerstag recht deutlich gemacht. Daraufhin haben Fans von Amani, ermuntert durch Wortbeiträge der "Comedian", die keine "Komikerin" sein möchte, das Osterwochenende genutzt, um wiederum Rützel auf allen Social-Media-Kanälen recht deutlich zu machen, was sie von ihr halten (und von ihrem Hund, der zwar nicht mitgeschrieben hat, aber egal - mitgefangen, mitgehangen).

Weil die Kritik im zweiten Fall deutlich weniger subtil ausfiel als im ersten, sah Rützel sich gezwungen, ihr Instagram-Profil auf privat zu stellen. Doch der Shitstorm versandete nicht, wie von ihr erhofft, sondern erhielt neue Nahrung, als ein AfD-Politiker sich für Rützels Artikel bedankte. Die Autorin distanzierte sich umgehend von "diesem widerlichen Versuch der Vereinnahmung", doch Amani besänftigte das nicht: "Also nicht einmal eine Entschuldigung für ihre metaphorische Aufforderung, dass ich das Land verlasse?"

Amani selbst hatte während ihres Auftritts bei der Influencer-Gala "About You Awards" eine Auswanderung nach Nicaragua in Aussicht gestellt, für den Fall, dass die Presse sie weiter als "Komikerin" bezeichnet. Rützel hat diese Steilvorlage verwandelt und Amani noch ein paarmal "Komikerin" genannt, was vielleicht nicht besonders nett war. Aber rassistisch?