Münchner Medientage Partnerhaie, total engaged

Beim Eröffnungsgipfel wollen Senderchefs geiler als Youtube sein und Facebook ein Partner für Fernsehen und Verlage. Das Thema ist also gesetzt: Es geht dabei um die Nähe und Distanz zu den globalen Tech-Konzernen.

Von Frank Zimmer

Bei der Eröffnung der Münchner Medientage übernahmen Siegfried Schneider von der Landeszentrale für neue Medien (BLM) und Bayerns Digitalminister Georg Eisenreich am Mittwoch erst einmal die Deutung des Mottos "Engage - Shopping Media Tech Society". Weniger Reglementierung für deutsche und europäische Medienunternehmen, mehr Vorschriften und höhere Steuern für globale Internetkonzerne. Auch die Vergabe von Rundfunklizenzen soll liberalisiert werden. Und wenn es nach dem ARD-Vorsitzendem Ulrich Wilhelm geht, bekommt Europa eine digitale Plattform für Qualitäts-Content. Gehört hat man das schon oft, aber selten so konkret. Im Ungefähren blieb diesmal weniger die Politik als die private Medienindustrie. Der neue ProSiebenSat.1-Chef Max Conze etwa schwärmte davon, "geiler als Youtube" sein zu wollen. Wie er das schaffen will, dürfte nicht nur die Aktionäre brennend interessieren. Auch von Facebook und Google kam wenig Erhellendes. "Partner" der Sender und Verlage wolle man sein, beteuerte Google-Manager Alwin Mahler. Burda-Vorstand Stefan Winners fühlte sich dabei an die Partnerschaft eines Hais mit den anderen Fischen "in einem 6-Meter-Becken" erinnert. Facebook Zentral-Europachef Martin Ott erzählte von seinen 20 000 Kollegen, die im Netzwerk weltweit für Sicherheit und Ordnung sorgten und wiederholte ansonsten, dass sein Unternehmen kein Medienhaus und darum nicht für Inhalte verantwortlich sei.

Heiter wurde es im Conference Center Nord auch manchmal. Das lag nicht nur an Moderator Klaas Heufer-Umlauf und an seinem gut aufgelegten Schweizer Gast, Comedian Hazel Brugger. Sondern auch an der Darstellung von Facebook, man sei freiwillig und ohne politischen Druck gegen Fake News und Hate Speech vorgegangen.