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Medienkontrolle und DSF:"Zahnloser Tiger"

Im Falle von Ultimate Fighting hat das bewirkt, dass die Düsseldorfer Medienanstalt LfM nicht das sonst übliche, längliche Verfahren betreiben will. "In diesem Fall kommen wir ohne Gutachten aus", kündigt Schneider an und stellt ein abgestimmtes Vorgehen mit Wolf-Dieter Ring, dem Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), in Aussicht. Die Kollegen aus Neu-Perlach haben das DSF lizenziert.

"Wenn Düsseldorf und München zusammen gehen, sieht das nach Erfolg aus", sagt Schneider. Für ihn sind das nach 17 Jahren Medienaufsicht ungewohnt harsche und deutliche Worte. Oft war er als "zahnloser Tiger" beschimpft worden, als einer, der der die von ihm beaufsichtigten Senderschäfchen lieber einmal zu oft warnt und vergisst, die Hunde loszuschicken. Nun aber wird er im August, ein Jahr vor Ende seines Vertrages, ausscheiden - und legt mit Verve noch einmal los.

Neue Richtlinien formuliert

"Wir waren nicht hart genug. Wir müssen härter werden", sagt er nun - und blickt dabei auch auf jene Privatsender, die ihr Nachrichtenangebot drastisch verschlanken wollen, also auf die Pro Sieben Sat 1 Media AG in München. Das verlaufe zu oft nach der Devise, dass die TV-Manager entscheiden und die Medienaufseher dann lange reden darüber dürften. Damit müsse Schluss sein.

Insbesondere die Sender der zweiten und dritten Reihe sieht Schneider in Probleme schliddern. "Die kleinen haben keine Luft mehr. Da findet eine Erosion statt, die ich als Beschädigung der Vielfalt sehe." Mit dem Management der Pro-Sieben-Gruppe, die sich von N24 trennen will, sucht er noch das Gespräch.Offenbar aber sind neue Richtlinien formuliert - die würden größere Sender zwingen, beispielsweise 30 Millionen Euro pro Jahre nachweislich in die eigene Nachrichtenredaktion zu stecken.

Weise Selbsterkenntnis

Den Vorwurf, er habe zu lange moderiert und nicht stark genug reguliert, kontert Schneider mit einem kleinen Seufzer und einer weisen Selbsterkenntnis. "Das ist das Problem", sagte er über das Moderieren: "Dass sie nicht aufhören können. Das macht süchtig."

Zum Abschluss appelliert der Düsseldorfer Medienanstaltschef angesichts der Entwicklungen im Internet an die derzeit mit heftigem Zwist beschäftigten Vertreter von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern. "Guckt", sagt Schneider, "dass nicht woanders sich die Sachen entscheiden, während ihr noch eure Schlachten mit der Musik des Mittelalters austragt."

© sueddeutsche.de/jja/berr
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