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Medienkontrolle und DSF:Schluss mit "Ultimate Fighting"

"Wir müssen härter werden" - kurz vor Ende seiner Amtszeit greift Medienanstaltschef Schneider durch. Die DSF-Sendung "Ultimate Fighting" verstoße gegen die Menschenwürde.

Bevor er geht, steigt der Herr Direktor noch einmal in den Ring. Sein Gegner ist das Deutsche Sportfernsehen, das nach Norbert Schneiders Ansicht mit der Sendung Ultimate Fighting klar gegen die Menschenwürde verstößt.

Deshalb will der Chef der Düsseldorfer Landesanstalt für Medien (LfM) ein Verfahren gegen den Münchner Sender einleiten. "Wir werden prüfen, ob die gezeigten Bilder die Menschenwürde verletzen. Ich glaube nicht, dass man hinnehmen muss, wenn im Fernsehen Bilder zu sehen sind, wie sich Menschen halbtot schlagen."

Das ist ein Novum. Noch nie haben Deutschlands Medienkontrolleure eine Fernsehsendung wegen eines Verstoßes gegen die Menschenwürde verbannt. Aber Norbert Schneider, 69, gibt sich auf dem Jahresempfang seiner Anstalt entschlossen.

Gegner in einem Käfig

"Ich weiß ziemlich genau, wann die Menschenwürde verletzt ist!" Bei Ultimate Fighting kämpfen die Gegner in einem Käfig miteinander. Tritte in die Niere und auf den Kopf eines auf dem Boden liegenden Kämpfers gelten als Foul, doch das ändert wenig an der Brutalität dieses "Events".

Der promovierte Theologe, der auch einmal Programmdirektor des Senders Freies Berlin war, zeigt sich befeuert von Ausführungen, die Ernst-Gottfried Mahrenholz kürzlich vor der Düsseldorfer Medienkommission präsentiert hat. Der ehemalige Verfassungsrichter animierte Medienaufseher über den deutschen Privatrundfunk, beherzter gegen Verletzungen der Menschenwürde vorzugehen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Norbert Schneider nun ein härteres Vorgehen wünscht.