Islamischer Ausruf im TV "Allahu akbar" in der Achterbahn

  • In der niederländischen Fernsehserie Willem Wever hat Moderator Ajouad El Miloudi während einer Achterbahnfahrt mit einem zwölfjährigen Jungen islamische Ausdrücke fallen lassen, darunter "Allahu akbar", was so viel bedeutet wie "Gott ist größer".
  • Martin Bosma, Kammermitglied und Vertreter der niederländischen PVV (Partij voor de Vrijheid), sieht darin eine Bedrohung und findet, dass solche Äußerungen aus Kindersendungen ferngehalten werden müssten.
  • Die Medienorganisation KRO-NCRV, die das Format Willem Wever ausstrahlt, sieht in diesem Ausruf keinen "umstrittenen oder belasteten Ausdruck".
Von Christina Koormann

"Wie entwirft man eine Achterbahn und wie baut man sie dann?", ist die Frage eines zwölfjährigen Jungen, die Ajouad El Miloudi, Moderator der Sendung Willem Wever, beantworten wollte. In der beliebten niederländischen Fernsehserie können Kinder Fragen stellen, die in der Sendung untersucht werden. El Miloudi machte sich in der am Montag ausgestrahlten Folge mit dem Teenager auf den Weg, um herauszufinden, wie Achterbahnen gebaut werden. Während einer Testfahrt in der "Python"-Achterbahn im Freizeitpark De Efteling ließ der Moderator islamische Ausdrücke fallen, unter anderem "Allahu akbar".

Der Ausdruck bedeutet so viel wie "Gott ist größer" und wird traditionell bei Gebeten verwendet. Allerdings wird er auch von Attentätern benutzt, kurz bevor Sie "Ungläubige" töten, so auch bei dem Attentat auf Charlie Hebdo in Paris.

Martin Bosma von der als rechtspopulistisch eingestuften Partei PVV (Partij voor de Vrijheid) sagte daraufhin gegenüber der niederländischen Tageszeitung De Telegraaf, er werde aufgrund des Verhaltens von Moderator El Miloudi eine sogenannte Kammerfrage stellen. Eine Kammerfrage ist die in den Niederlanden am häufigsten verwendete Methode, mit der die Zweite Kammer die Regierung kontrolliert. Hat ein Abgeordneter der Zweiten Kammer eine Frage an die Regierung, muss sie grundsätzlich immer beantwortet werden.

"Solche Äußerungen müssen von Kindern ferngehalten werden", sagte der Politiker. "Das ist das letzte, was Menschen hören, ehe sie im Namen Allahs ermordet werden." Seine Äußerung, Kammerfragen stellen zu wollen, zog Bosma aber wieder zurück.

Die Medienorganisation KRO-NCRV, die das Programm ausstrahlt, will sich nach eigenen Angaben aus christlicher Tradition heraus für "Gemeinschaftssinn, Diversität und Respekt" einsetzen. Eine Sprecherin von KRO-NCRV ist nicht der Meinung, dass mit El Miloudis Äußerung Grenzen überschritten wurden. "Allahu akbar ist keinesfalls ein umstrittener oder belasteter Ausdruck."

Die Aufnahmen aus der Sendung vermitteln eher den Eindruck, dass Ajouad El Miloudi ein Stoßgebet zum Himmel schickt, um während der rasanten Fahrt beschützt zu sein.

Auf der Homepage der Zeitung De Telegraaf diskutieren Leser des Artikels heftig über El Miloudis Äußerungen und darüber, ob es angebracht ist, solche in Kindersendungen auszustrahlen. Während der "Allahu akbar"-Ausruf von den Lesern und Kommentatoren teilweise als generelle Bedrohung wahrgenommen wird, argumentieren Gegenstimmen damit, dass er in diesem Zusammenhang nichts anderes aussage als "Oh, Gott!".