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Hörfunktipps:Loslästern

Ein NS-Kriegsverbrecher, eine junge Muslima, eine schlechte, aber sozial unverzichtbare Angewohnheit, eine Oper und ein Hightech-Popstar - die Hörfunktipps.

Das Genre des Dokudramas ist im Hörspiel kaum vertreten. Peter F. Müller, Leonhard Koppelmann und Michael Mueller haben indessen ein außergewöhnlich starkes Stück produziert: Klaus Barbie - Begegnung mit dem Bösen ist ein dreiteiliges Porträt des SS-Verbrechers, der als "Schlächter von Lyon" in die Geschichte eingegangen ist - und der auch nach dem Ende der Nazi-Diktatur sein abscheuliches Handwerk fortgeführt hat. Das Hörspiel basiert auf bis dahin unveröffentlichten Interviews und Selbstzeugnissen (WDR 5, dienstags, 20.05 Uhr).

Atiha Sen Gupta erzählt in ihrem Hörspiel Fatima von einer jungen Muslima, die ihren säkularen Lebensstil aufgibt - und dadurch mit ihrem sozialen Umfeld in Konflikt gerät. Aber so einfach lässt sich das Tragen eines Kopftuchs nicht deuten (NDR Info, Sonntag, 21 Uhr). Dazu passt das Feature Forschungsgegenstand: Lästern. Lästern vernichtet Karrieren, zerrüttet Freundschaften, ruiniert Projekte - ist als sozialer Kitt jedoch unverzichtbar (DLF, Freitag, 20.10 Uhr). Saftige Intrigen unterdessen nehmen in Das Rheingold ihren Anfang: Zu hören ist eine Aufzeichnung der Oper von den diesjährigen Bayreuther Festspielen (), Kirill Petrenko hat dirigiert (HR 2, Kulturradio RBB, MDR Figaro, NDR Kultur, Nordwestradio, SR 2, SWR 2, WDR 3, Samstag, 20.05 Uhr). Ebenfalls eine alte Geschichte ist die des Weinbaus in Georgien. Gesichter Europas berichtet von neuen Entwicklungen (DLF, Samstag, 11.05 Uhr). Vor 100 Jahren war Nikola Tesla ein Hightech-Popstar. Das Feature Teslanauten erzählt seine wundersame Biografie (SWR 2, Sonntag, 14.05 Uhr). Sehr eigenwillig war auch die weltreisende Schriftstellerin Jane Bowles. Auf ihren Briefen beruht das Hörspiel Bei unserer Lebensweise ist es sehr angenehm, lange im Voraus zu einer Party eingeladen zu werden. (Bayern 2, Sonntag, 15 Uhr).

Bayreuther Festspiele 2015 - Das Rheingold
(Foto: Enrico Nawrath/dpa)
© SZ vom 22.08.2015
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