Hörfunktipps Kunst und Liebe

Väter haben sieben Leben, sagt Schorsch Kamerun - und sie verpfuschen jedes. Damit ist er nicht der Einzige, der im Radio lustvoll schildert, wie grotesk die Realität ist.

Von Stefan Fischer

Der Sommer ist die Zeit der Radio-Reihen: Die Rückkehrer porträtiert Künstler, die nach dem Ende des Nazi-Terrors nach Deutschland zurückgekehrt sind. Den Auftakt macht eine Sendung über den Rundfunkpionier Ernst Schoen, es folgen Beiträge über Erwin Piscator, Coco Schumann, Hans Sahl und Heinz Berggruen (WDR 3, samstags, 12.05 Uhr). Künstlerlieben ist eine Feature-Reihe über Schriftsteller, Musiker sowie Schauspieler und ihre Leidenschaften (Kulturradio RBB, samstags, 9.04 Uhr und sonntags, 14.04 Uhr. Die Samstagssendungen auch bei MDR Figaro). Eine lange Tradition haben die Ortserkundungen im Deutschlandfunk. Sie beginnen mit Pauline Tillmanns Besuch im widerständigen St. Petersburger Kunstzentrum Puschkinskaja 10. Die weiteren Folgen handeln von den Flüchtlingslagern der Muslime in Myanmar, von muslimischen Roma in Düsseldorf und einem evangelischen Begegnungszentrum in Thailand (dienstags, 19.15 Uhr).

Eine Art Ortserkundung ist auch die aktuelle Nachtmix-Ausgabe von Mehmets Schollplatten, die diesmal in Berlin aufgenommen wird (Bayern 2 sowie alle Kulturwellen, die das ARD-Radiofestival übertragen, Sonntag, 23.05 Uhr). Zwei spielerische, komische bis groteske Stücke sind Hirsche rufen Jäger, Jäger Hirsche von Hermann Bohlen (SR 2, Sonntag, 17.04 Uhr) und szenen aus dem wirklichen leben von Ernst Jandl (Bayern 2, Sonntag, 15 Uhr). Eher gnadenlos hingegen sind die zwei Hörspiele Bänkersmahlzeit (WDR 5, Samstag, 17.05 Uhr) und Der Mann, der auf die Erde fiel (WDR 5, Dienstag, 20.05 Uhr). Und auch Schorsch Kameruns und Martin Beckers Väter haben sieben Leben ist weniger eine Eloge als vielmehr eine Abrechnung (DKultur, Nacht zu Montag, 0.05 Uhr). Schließlich zweimal Peter Handke am Stück: Versuch über die Müdigkeit und Pausentexte aus Kaspar (DLF, Dienstag, 20.10 Uhr).