Filmrechte verkauft Hannelore Kohls Leben kommt als Zweiteiler ins TV

Vor neun Jahren veröffentlichte Kohl-Sohn Peter ein Buch über seine Mutter Hannelore. Nun will Produzent Nico Hofmann die Biographie verfilmen.

Von Christopher Keil

Vor neun Jahren veröffentlichte Peter Kohl, 46, der jüngere Sohn des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl, ein Buch über seine Mutter Hannelore Kohl ("Hannelore Kohl - Ihr Leben"). Die Biographie, ein Bestseller, entstand in Zusammenarbeit mit der Journalistin Dona Kujacinski. Nun hat der Produzent Nico Hofmann (Teamworx/Dresden, Die Flucht, Schicksalsjahre) die Filmrechte erworben.

Hannelore Kohl im Jahr 1998.

(Foto: AP)

"Ich hatte das Privileg", teilte Hofmann an diesem Montag mit, "Hannelore Kohl persönlich zu kennen - als ungemein kluge, dynamische und zutiefst einfühlsame Persönlichkeit." Geplant sei ein Zweiteiler für das Fernsehen, "der das Leben von Hannelore Kohl zwischen Kindheit und ihrem Freitod 2001 als differenziertes, zeitgeschichtliches Portrait zeigt." Hofmann steht offenbar in Verhandlungen mit ARD, ZDF und Sat 1. Das sind vor allem die Sender, die sich in den zurückliegenden Jahren Mehrteiler im Programm leisteten - oft mit Erfolg.

Hannelore Kohl, die 1933 in Berlin geboren wurde, in Leipzig aufwuchs und 1960 Helmut Kohl heiratete, litt an einer schweren Lichtallergie. Am 4. Juli 2001 nahm sie sich mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben. "Zehn Jahre nach dem Tod meiner Mutter erfahren meine Familie und ich noch immer großes positives Interesse an ihrem Leben und ihrem Lebenswerk", informierte ihr Sohn Peter Kohl jetzt, der in Zürich lebt und im Finanzbereich tätig ist. Er sei überzeugt, dass der richtige Zeitpunkt gekommen sei, das Leben seiner Mutter verfilmen zu lassen und "damit den Menschen Hannelore Kohl mit all ihren Qualitäten und Brüchen noch einmal zu zeigen".

Dass Peter Kohl und Hofmann, der Hannelore Kohl "als Teil der Geschichte Deutschlands" bezeichnet, ihr Geschäft an diesem Montag bekannt gaben, hängt wohl damit zusammen, dass der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe über ein anderes Hannelore-Kohl-Buch berichtet. Autor ist Heribert Schwan. Schwan hatte die erste Frau Helmut Kohls in den achtziger Jahren kennengelernt.

Für den WDR sollte er damals ein filmisches Porträt über sie anfertigen. Hannelore Kohl muss ihm vertraut haben, obwohl er Journalist ist und sie keinen Berufsstand mehr verachtet habe, so jedenfalls schreibt das Schwan. Seine Biografie trägt den Titel: "Die Frau an seiner Seite: Leben und Leiden der Hannelore Kohl". Sie bietet klare Sicht auf die Umstände im Haus des ehemaligen Bundeskanzlers. Beispielsweise habe Hannelore Kohl wenig so gefürchtet wie die Sommertage in Österreich. Kohl habe sich pausenlos mit Politik beschäftigt, habe Funktionsträger empfangen, auch die Fotos am See, die den mächtigen Mann mit seinen Söhnen zeigen, zählten zu dieser Art Urlaubsroutine.

Es ist gut möglich, dass Peter Kohl jetzt deshalb an dem Fernsehprojekt ein gesteigertes Interesse hat, weil er die Kontrolle über die Darstellung der Lebensgeschichte seiner Mutter nicht Dritten überlassen möchte.