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Fernsehtipps:In guten Händen

Wenn die Gondeln Trauer tragen

Die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten löst sich auf - jedenfalls ersehnen das eine ganze Reihe Figuren. Und verlieren sich darüber selbst.

(Foto: Studiocanal)

Gleich zwei prominent besetzte Dramen, die Komödie "Harold und Maude", ein Historien-Spielfilm über die Erfindung des Vibrators und der Horror-Klassiker "Wenn die Gondeln Trauer tragen": was sich dieses Wochenende im Fernsehen lohnt.

Traffic - Macht des...

... Kartells: Wie lässt sich der Lebensstandard mit Perlenkette und Limousine aufrechterhalten, nachdem der Ehemann (Michael Douglas) wegen Drogenhandels festgenommen wurde? Indem man die Geschäfte weiterführt, überlegt sich Helena (Catherine Zeta-Jones). Und plötzlich purzeln aus ihrem Mund Sätze wie: "Jetzt steig aus dem Wagen und schieß ihm in den Kopf!" Das bombastische Drogendrama von Steven Soderbergh spielt auf drei Ebenen: dem Kampf der Polizei, des Militärs und der Regierung gegen das mexikanische Obrégon-Kartell. Die Verstrickungen der Mächtigen untersucht auch das Politdrama Das Spiel der Macht (Servus TV, Samstag, 20.15 Uhr). Es beschreibt den Aufstieg des Willie Stark (Sean Penn) vom Bezirkskämmerer zum Gouverneur von Louisiana - und ist mit Kate Winslet, Jude Law und Anthony Hopkins prominent besetzt.

Drogendrama, Das Erste, Samstag, 23.45 Uhr

In guten Händen

"Percuteur" nannte Joseph Mortimer Granville das Gerät, das er im Jahr 1883 patentieren ließ. Es war der erste elektrische Vibrator. So weit stimmt die Faktenlage in diesem Historienfilm, der sich sodann seine künstlerische Freiheit nimmt: Anders als in der viktorianischen Wirklichkeit dient die Erfindung hier der Behandlung englischer Damen, die unter der mysteriösen Krankheit Hysterie leiden. Doktor Granville erweist sich als geschickter Heiler. Er stimuliert die Patientinnen, bis sich ihr Leiden auflöst - in dem, was man heute als weiblichen Orgasmus kennt. Die süffige Komödie beeindruckt mit Bildern von Frauen, die auf einmal befreit ihre Sexualität genießen. Noch immer wüssten viele Frauen nicht, wie sie sich selbst befriedigen sollen, sagte die Regisseurin Tanya Wexler bei der Präsentation des Films. Also, nichts wie angucken.

Historienkomödie, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr

Harold und Maude

Dieser Film hätte auch ganz anders aussehen können: Für die Rolle der Maude war Gerüchten zufolge einst Agatha Christie im Gespräch, für die des Harold der junge Elton John. Die Version mit Ruth Gordon und Bud Cort, die am Ende herausgekommen ist, ist aber auch ziemlich sehenswert. Die Schauspieler besetzen ideal das skurrile Duo, das sich Drehbuchschreiber Colin Higgins ausgedacht hat: der junge Mann mit dem Faible für inszenierte Selbstmorde auf der einen, die exzentrische Auschwitz-Überlebende auf der anderen Seite. Und dann ist da ja auch noch die Musik von Cat Stevens. Bei seiner Veröffentlichung in den Siebzigerjahren war der Film unverständlicherweise noch ein Flop, heute gilt er als Klassiker des Schwarzen Humors. Seit 1997 ist er im renommierten US-amerikanischen National Film Registry aufgenommen.

Schwarze Komödie, Tele 5, Sonntag, 20.15 Uhr

Wenn die Gondeln...

... Trauer tragen: Gleich mehrmals musste die berühmte Liebesszene zwischen Julie Christie und Donald Sutherland gekürzt werden, um in den Vereinigten Staaten unter der Bewertung Restricted altersbeschränkt gezeigt werden zu dürfen. Die Art, wie Regisseur Nicolas Roeg das An- und Ausziehen seiner Hauptdarsteller ineinander montiert hat, ist in die Filmgeschichte eingegangen. Kein Wunder, dass auch Filme wie der Casino-Royale-Bond oder Brügge sehen ... und sterben? auf den Horror-Klassiker anspielen. Dessen Handlung wiederum basiert auf einer Erzählung der britischen Schriftstellerin Daphne du Maurier: Die Tochter des Ehepaars Baxter ertrinkt beim Spielen in einem Gartenteich, in Venedig treffen die Eltern auf eine mysteriöse blinde Frau, die angibt, Kontakt zum Jenseits aufnehmen zu können.

Psychothriller, Tele 5, Sonntag, 22.05 Uhr