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Comedian Kaya Yanar im Gespräch:"Jeder kennt einen Hakan"

sueddeutsche.de: Wieso, glauben Sie, funktionieren Ihre Figuren? Was macht Ihr Programm erfolgreich?

Yanar: Jeder kennt einen Hakan, einen Türsteher wie ihn. Die Figuren fußen auf echten Charakteren und ich kann ihnen Leben einhauchen. Beides zusammen macht die Pointen aus. Meine Fans werden auch immer jünger. Ich bewundere solche Leute wie Otto Waalkes, die über mehrere Generationen hinweg unterhalten. Das ist ein lohnendes Ziel.

sueddeutsche.de: Wobei selbst Fans von Otto viele seiner Witze nicht mehr hören wollen ...

Yanar: Man muss eine Mischung aus Klassikern und neuem Material finden. Ich bin mir sicher, in zehn Jahren möchte man immer noch den Spruch "Was guckst du?!" von mir hören. Dabei bleibt es eine Kunst, sich gleichzeitig neu zu erfinden. Madonna ist ja ein super Beispiel aus einem anderen Metier. Die kriegt das hin, sogar auf spannende Art und Weise.

sueddeutsche.de: Gibt es Gags, die Ihnen nachträglich peinlich sind?

Yanar: Ja, sicher. Mein erstes Programm " Suchst du?" war wirklich spätpubertär. Ich war damals 26 und mein Publikum ungefähr so alt wie ich. Heute erinnere ich mich und sehe das mehr als eine Art "Sturm und Drang"-Zeit von mir (lacht). Zum Beispiel lieferte ich bei " Suchst du?" viele Masturbationswitze. Das würde ich heute nie bringen! Meine jungen Fans würden sich fragen: Wovon redet der da, was macht der unter der Dusche?

Kaya Yanar: "Made in Germany", Heyne-Verlag, München 2011

Am Wochenende startete Kaya Yanars neues Comedy-Format Kaya Yanar & Paul Panzer - Stars bei der Arbeit. Dabei probieren die beiden Comedians verschiedene Berufe aus. D ie nächste Folge zeigt RTL am Samstag, 15. Januar um 21.15 Uhr.