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BR-Doku-Marathon:Ein Tag im Leben

Nach "24h Berlin" und "24h Jerusalem" soll "24h Bayern" den Alltag im Freistaat abbilden. Bis zu 90 Teams drehen im Juni 2016.

Der Bayerische Rundfunk (BR) soll nicht nur berichten, was in Deutschland und der Welt los ist - einen Satz zuvor im Rundfunkgesetz heißt es ausdrücklich, er solle auch "der Eigenart Bayerns gerecht werden". Ganz in diesem Sinne plant der BR, nachdem man dort das vom RBB in Auftrag gegebene Dokuexperiment 24h Berlin (2009) gesehen und 24h Jerusalem (2014) mitbeauftragt hat, nun 24h Bayern. "An einem Samstag im Jahr 2017" sollen 24 Stunden Nonstop-Programm über das alltägliche Leben in Bayern laufen. Das hat der kommissarische Fernsehdirektor Andreas Bönte am Mittwoch im BR-Rundfunkrat auf die Nachfrage einer Rätin angekündigt.

Voraussichtlich am 3. Juni nächsten Jahres sollen dafür bis zu 90 Kamerateams in alle Ecken des Freistaats ausschwärmen und Material für die 24-Stunden-Doku sammeln. Intendant Ulrich Wilhelm hofft, wie er im Rundfunkrat erklärte, auf Szenen, die auch noch Jahrzehnte später als Zeitdokumente bayerischer Lebensrealitäten im Jahr 2016 funktionieren.

Realisiert wird 24h Bayern von der Berliner Zero One Film - deren Produzent Thomas Kufus und Regisseur Volker Heise das preisgekrönte Format entwickelt haben - in Zusammenarbeit mit der Münchner Produktionsfirma Megaherz Film. Wer von den Akteuren in dem rechercheintensiven und logistisch anspruchsvollen Großprojekt welche Aufgaben im Detail übernimmt, konnte Fernsehdirektor Bönte am Mittwoch noch nicht sagen. Es gebe allerdings schon eine erste Kalkulation. Demnach sollen diese 24 Fernsehstunden den BR rund drei Millionen Euro kosten.