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Zukunftsstudie:Die heilige Familie

Küche statt Kirche - Zukunftsforscher haben in einer Studie herausgefunden: Die Familie ist die neue Glaubensgemeinschaft.

Die Familie ist nach Ansicht von Zukunftsforschern die neue Glaubensgemeinschaft der Deutschen. Die Religion hat dagegen an Bedeutung verloren. "Die Menschen können nicht anders, als im Leben an etwas Unangreifbares zu glauben, um den Halt und Sinn des Lebens nicht zu verlieren", sagte Horst Opaschowski, Leiter der BAT Stiftung für Zukunftsfragen, in Hamburg. "Sie glauben vor allem an die Familie, weil sie ohne das Gefühl der Geborgenheit nicht leben können."

maria und josef

Die Familie ist den Deutschen heilig. Das hat eine Studie ergeben.

(Foto: Foto: iStockphoto)

Fast drei Viertel der Deutschen (71 Prozent) empfinden die eigene Familie als die Glaubensgemeinschaft, während die Zugehörigkeit zur Kirche beinahe in Bedeutungslosigkeit versinkt (zehn Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Stiftung mit jeweils 1000 Befragten in neun Ländern. Danach stellt Deutschland im europäischen Religionsvergleich das Schlusslicht dar. Nur für knapp ein Viertel der Bundesbürger (24 Prozent) ist die Religion ein wichtiger Teil der Lebensqualität. Bei den Italienern wird die Religion doppelt so hoch bewertet (48 Prozent). Und doch gehen jeden Sonntag nachweislich mehr Bundesbürger in die Kirche (etwa fünf Millionen) als in das Fußballstadion (etwa 0,7 Millionen).

"Religionslos muss nicht sinnlos heißen", sagte Opaschowski. Aus einer kirchlich institutionalisierten werde eher eine individuell privatisierte Sinngebung des Lebens. Die "gläubigsten Deutschen" leben der Studie nach in Baden-Württemberg (29 Prozent), gefolgt von Bewohnern in Rheinland-Pfalz (27 Prozent), Saarland (26,3 Prozent), Hessen (25,5, Prozent) und Bayern (23,5 Prozent).

Den geringsten Anteil von Gottesgläubigen verzeichnen hingegen die Bundesländer Schleswig-Holstein (4,3 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (vier Prozent) und Sachsen-Anhalt (1,6 Prozent). Hier spiegele sich auch die unterschiedliche Geschichte in West- und Ostdeutschland wider. Fast dreimal so hoch ist der Anteil der Westdeutschen (20,5 Prozent - Ostdeutsche: 7,6 Prozent), denen ihr Glaube an Gott heilig ist.

© dpa/vs
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