Weltlachtag:De-Eskalation und schwarzer Humor

Weltlachtag: Der Meister des Schwarzen Humors im deutschen Fernsehen ist ohne Zweifel Harald Schmidt.

Der Meister des Schwarzen Humors im deutschen Fernsehen ist ohne Zweifel Harald Schmidt.

(Foto: Foto: ddp)

Typ 5: Der Schwarze Humor - Lachen wenn's nicht passt

Das Lachen über Dinge, die eigentlich zum Weinen sind, ist traditionell Sache der Briten. Sie beanspruchen einen ganz eigenen Witz - den britischen Humor. Aber nur, weil sie auch in der Tragik noch ein belustigendes Element finden, heißt das noch lange nicht, dass andere Völker das nicht können.

Auch die Deutschen können sich trefflich über Situationen amüsieren, in denen eigentlich ein ernstes Gesicht angebracht wäre. Krankheit, Unfall, Tod - das tut weh. Aber irgendwo muss der Schmerz auch wieder raus. Dann bahnt er sich seinen Weg in Form eines nur scheinbar unterdrückten Lachens, hinter vorgehaltener Hand.

Das wusste auch schon Sigmund Freud - er sah im Lachen in unangebrachten Situationen eine kurzzeitige Lockerung von Verdrängungen. Lachen wir also über bissige Witze wie "Alle Kinder gehen über die Straße, nur nicht Rolf, der klebt am Golf" oder, "Herr Doktor, ich habe einen Knoten in der Brust!" - "Aber wer macht denn sowas?", verharmlosen wir die dunklen Seiten des Lebens, die uns eigentlich Angst machen.

Typ 6: Deeskalation - einen Konflikt einfach mal weglächeln

Dem Volksmund nach ist es stets der Klügere, der nachgibt. Und warum sollte er dies nicht mit einem Lächeln im Gesicht tun? Schließlich ist sich der Klügere seiner eigentlichen Überlegenheit ja insgeheim bewusst.

Also: Wenn dicke Luft herrscht, die Situation aus der Kontrolle zu geraten droht - einfach mal zurückstecken und dabei lächeln. Denn Lachen ist auch ein Mittel der Beschwichtigung und der Unterordnung.

Das ist Forschern nach zu urteilen auch der Grund, weshalb Frauen häufiger lachen als Männer. Zu Urzeiten konnte das weibliche Geschlecht mit einem Lächeln auf den Lippen Konflikte entschärfen und somit das eigene Überleben innerhalb der Gruppe sichern.

© sueddeutsche.de/vs/mes/bre
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