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Vogelgrippe:Tamiflu-Hersteller rechnet fest mit Pandemie

Der Hersteller eines Arzeimittels gegen Vogelgrippe ist fest davon überzeugt, dass der H5N1-Virus früher oder später auf den Menschen überspringt. Es sei nicht die Frage, ob es eine weltweite Pandemie gebe, sondern wann.

Der Chef des Pharmakonzerns Roche, Franz Humer, rechnet fest mit dem Ausbruch einer Vogelgrippe-Pandemie beim Menschen. "Das Virus kann jederzeit auf den Menschen überspringen", sagte der Chef des Konzerns, der das Grippemittel Tamiflu herstellt, der Wirtschaftswoche.

"Es ist überhaupt nicht die Frage, ob es eine weltweite Pandemie gibt. Es ist nur die Frage, wann sie kommt."

Geistige Verwirrung bei Patienten in Japan

Humer bestritt einen Zusammenhang zwischen der Einnahme des Grippemittels und geistiger Verwirrung bei Patienten, wie er in Japan beobachtet wurde. Es gebe keine wissenschaftlichen Ergebnisse, die diesen Schluss zuließen, betonte Humer.

"Wir haben denn auch anhand der Daten von 100.000 Patienten nachgewiesen, dass die geistige Verwirrung nicht durch das Medikament, sondern eher durch das hohe Fieber und damit durch das Virus ausgelöst wird und kein kausaler Zusammenhang mit Tamiflu besteht."

In Japan hatte laut Medienberichten eine Studie des Gesundheitsministeriums über anormales Verhalten bei 128 Menschen als Nebenwirkung des Grippemittels berichtet. Die meist jungen Leute hätten vom Drang berichtet, sich von Gebäuden zu stürzen, oder auch von einem überwältigenden Bedürfnis zu hüpfen. Die Studie habe aber keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem seltsamen Verhalten und Tamiflu bestätigt.

Keulung von Geflügel nach Vogelgrippe-Ausbruch in Thüringen

Währenddessen wurden nach dem Ausbruch der Vogelgrippe bei einem Nutztier im thüringischen Wickersdorf idas Geflügel im Umkreis von drei Kilometern gekeult. Zahlreiche Hühner, Gänse und Enten mussten im Sperrbezirk aus Sicherheitsgründen getötet werden, wie das Gesundheitsministerium am Samstag in Erfurt mitteilte. Mindestens 1000 Tiere seien gekeult worden.

Die Aktion dauere noch bis zum späten Vormittag an. Am Freitag hatte das Friedrich-Loeffler-Institut das hochgefährlichen Virus vom Subtyp H5N1 bei einer Hausgans in Wickersdorf im Landkreis Saalfeld/Rudolstadt festgestellt.

Verlässliche Zahlen zu den Keulungen konnten zunächst noch nicht mitgeteilt werden. Das Gesundheitsministerium war am Freitagabend davon ausgegangen, dass nur vier Kleintierhaltungen mit insgesamt 35 Tieren betroffen seien. In dem Stall in Wickersdorf waren bereits am Donnerstag vor der endgültigen Bestätigung des Virus' vier Enten und fünf Gänse vorsorglich getötet worden.

© AP
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