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Verlockende Feuchtigkeit:Süchtig nach Lippenpflege

Manche Leute überstehen kaum eine Stunde ohne ihren Lippenbalsam. Wie sinnvoll ist das ständige cremen?

Trockene, spröde Lippen ade! Seit einem Jahrhundert rettet der Pflegestift unsere Lippen vor schmerzhaften Rissen und garantiert zärtlichste Küsse. Einige Menschen kommen inzwischen kaum noch ohne aus - in jeder freien Minute holen sie den Balsam hervor. Sind sie süchtig? Wohl kaum, beruhigen nun Ärzte desBaylor Medical Centers in den USA.

Lippenpflege

Schon wieder mit dem Balsam zugange?

(Foto: Foto: Medical Tribune)

Die Dermatologen fassten die Erkenntnisse zum Thema Lippenpflege zusammen. Nur in Ausnahmefällen raten sie von den Stiften und Cremes ab - und abhängig würde man nur auf eine Art, so die Ärztin Lisa Garner: "Für viele Menschen ist es schwer, vom Lippenbalsam los zu kommen, weil sie sich daran gewöhnt haben, dass ihre Lippen feuchter sind als früher."

Pflegestifte legen eine Fettschicht auf die Haut und verhindern so, dass Feuchtigkeit an die Umwelt abgegeben wird. Je nachdem welche Inhaltsstoffe die Hersteller verwenden, können die Pflegeprodukte durchaus problematisch sein. Garner und ihre Kollegen warnen vor allem vor Duft-, Geschmacks- und Konservierungsstoffen, die Allergien auslösen können. "Unter Umständen kann man Hautreizungen gegen einen der Inhaltsstoffe entwickeln. Dann fühlen sich die Lippen trocken an, weil man empfindlich auf den Balsam reagiert", so Garner. Ihr Rat: Wer trotz Pflegestift schnell spröde Lippen bekommt, sollte eine einfache Variante ohne Aroma und besondere Zusätze ausprobieren.

Einen bestimmten Zusatz finden die Mediziner allerdings sinnvoll: Pflegebalsam mit Sonnenschutzfaktor könne die Lippen langfristig vor Schäden bewahren und die Hautalterung bremsen.

Insgesamt sei es unproblematisch, sich häufig die Lippen einzucremen, lautet das Fazit der Experten. Zu viel Geld müsse man dafür allerdings auch nicht ausgeben: Günstige Pflegestifte von unter einem Euro seien genauso wirksam wie deutlich teurere Produkte.

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