Nach Uran-Funden im Trinkwasser Obergrenze gefordert

In der vergangenen Woche wurden Giftstoffe im Trinkwasser gefunden - nun soll es Konsequenzen geben.

Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) hat einen bundesweit einheitlichen Grenzwert für Uran im Trinkwasser gefordert. Dieser sei "absolut notwendig", da es den Bürgern nicht mehr zu vermitteln sei, warum es ihn nicht schon längst gebe, sagte Seehofer der Berliner Zeitung.

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"Um Gesundheitsgefährdungen auszuschließen, darf es nicht mehr länger nur bei Empfehlungen bleiben. Es muss ein rechtsverbindlicher Grenzwert her." Als Orientierungsgröße nannte Seehofer den noch unverbindlichen Richtwert des Umweltbundesamtes von zehn Mikrogramm Uran pro Liter Trink- und Mineralwasser. Die Verbraucherministerkonferenz in Berchtesgarden wollte sich am Freitag mit dem Thema befassen.

Seehofer sprach sich zudem für einen einheitlichen Grenzwert auf europäischer Ebene aus. "Das ist eine typische europäische Aufgabe", sagte der CSU-Minister. "Wegen des Binnenmarktes wird Mineralwasser EU-weit gehandelt. Also muss der Grenzwert auch EU-weit gelten", sagte er dem Blatt weiter. Deutschland habe bereits eine entsprechende Initiative in der EU gestartet. Uran in Leitungs-und Mineralwasser gilt als gesundheitsgefährdender Stoff. Bei anhaltender Aufnahme höherer Uran-Konzentrationen kann es zu Nierenschäden und Krebserkrankungen kommen. Wegen Giftstoffen im Trinkwasser sind in der vergangenen Woche in Niedersachsen zwei Brunnen geschlossen worden.