Mit Uran belastetes Trinkwasser "Das schädigt die Nieren"

Thilo Bode von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch wirft der Bundesregierung eine schwerwiegende Verletzung der Fürsorgepflicht vor.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat der Bundesregierung wegen der Uran-Belastung des Trinkwassers eine "schwerwiegende Verletzung der Fürsorgepflicht" vorgeworfen.

Thilo Bode ist Chef der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch.

(Foto: Foto: Reuters)

Geschäftsführer Thilo Bode sagte im Dienstag im Programm von N24, die Behörden müssten eigentlich eingreifen, wenn der Uran-Wert zehn Mikrogramm überschreite.

"Uran im Trinkwasser hat toxische Wirkung. Das schädigt die Nieren", sagte er. Nicht umsonst gebe es daher einen Richtwert des Umweltbundesamtes von zehn Mikrogramm Uran pro Liter.

Nichts für Säuglinge

Die Bundesregierung habe es aber versäumt dafür zu sorgen, dass dieser Leitwert nicht überschritten werde. "Und das ist wirklich eine schwerwiegende Verletzung der Fürsorgepflicht des Staates", erklärte Bode.

Laut einer neuen Foodwatch-Studie ist das Leitungswasser in manchen Regionen Deutschlands stark mit Uran belastet. In 150 von 8.000 Proben, die Foodwatch untersuchte (1,88 Prozent), lag der Anteil des giftigen Schwermetalls über dem Richtwert des Umweltbundesamtes von zehn Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser, wie das ARD-Magazin "Report München" am Montag berichtete.

Teilweise seien es mehr als 20 Mikrogramm gewesen. In jeder zehnten Probe habe der Uran-Anteil zudem über zwei Mikrogramm gelegen. Ab dieser Grenze dürfe Mineralwasser nicht mehr als "für Säuglingsnahrung geeignet" ausgewiesen werden. "Schon sehr geringe Konzentrationen an Uran haben eine schädigende Wirkung auf lebenswichtige Vorgänge in der Niere", sagte der Kieler Toxikologe Hermann Kruse dem Magazin.