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Kindertipp:Mit Humor trösten

Künstlerin Maria Gundolf alias Clown 'Brischitt
(Foto: Gregor Zielke)

Lachen hilft fast immer, sogar im Krankenhaus. Die Klinikclownin Maria Gundolf verrät, worauf man dabei achten muss, warum eine rote Nase mehr kann als nur komisch aussehen und trotzdem etwas anderes viel wichtiger ist als dieses Hilfsmittel.

Einen Komplizen suchen

Wir Klinikclowns besuchen Kinder im Krankenhaus immer zu zweit. Das hat viele Vorteile: Man kann aufeinander Bezug nehmen und gibt den Patienten so die Gelegenheit, erst mal nur zuzusehen. So können sie selbst entscheiden, ob und wie viel sie mitmachen wollen. Wenn man keinen passenden Partner findet, nehme ich einfach ein Stofftier. Ein Teddy ist zum Beispiel ein guter Partner für eine gemeinsame "Humormission".

Hilfsmittel nutzen

Knallrote Nasen aus Schaumstoff sind immer mit dabei. Deshalb nennen wir uns auch "Rote Nasen". Sie sehen lustig aus, aber man kann vor allem viel damit machen. Kleine Zaubertricks zum Beispiel, bei denen man sie verschwinden lässt oder verdoppelt. Oder man tut so, als ob sie ein Ohrring, eine Antenne oder ein "Popel-Depot" ist. Aber letztlich macht einen guten Clown seine Haltung aus und nicht die rote Nase.

Merkmale übertreiben

Zu dieser Haltung gehört, auch Dinge mit Humor zu nehmen, die nicht perfekt sind. Manche Clowns betonen sie sogar noch. Zum Beispiel mit übergroßen Schuhen, wenn man ohnehin tollpatschig ist und oft stolpert. Oder mit einem Ball unter dem Shirt, wenn man auch ohne ein kleines Bäuchlein hat.

Auf den Bauch hören

Apropos Bauch: Humor hat viel mit Gefühl zu tun. Man muss etwas machen, was einem selbst Spaß macht, sonst springt der Funke nicht auf andere über.

Die Umgebung umdeuten

Dazu braucht es Fantasie: Ein Gipsverband am Kopf könnte zum Beispiel auch ein Astronauten- oder ein Ritterhelm sein. Eine Sauerstoffmaske oder ein Mundschutz könnten als "Darth-Vader"-Maske durchgehen. Und eine Infusion ist weniger doof, wenn man sich vorstellt, sie würde nach Cola schmecken. So kann man schnell aus einer belastenden Situation eine komische machen.

In eine Rolle schlüpfen

Es hilft sehr, in eine Rolle zu schlüpfen. Etwa, indem man die Stimme verstellt oder den Körper. Zum Beispiel durch übertriebenes Hinken, ständiges Stolpern, Stottern oder einen starken Buckel.

© SZ vom 27.07.2019
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