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Bayerische Schimpfwörter

Illustrationen: AHAOK

Fluchen hört sich fies an, ist aber selten so gemeint - zumindest in Bayern. 13 Beispiele für bayerische Lieblingsschimpfereien.

Von Kadetschanini Schorsch

Kadoffelätschn

Eine Kartoffel hat eine oft fleckige Schale und erinnert in der Form manchmal an einen Kopf. Eine "Lätschn" ist ein weinerlich verzogenes Gesicht. Macht zusammen eine satte Beschimpfung.

Ratschkathl

Eine Ratschkathl ist eine Person, die sehr viel quasselt und schwatzt, auf Bairisch eben ratscht. Der Bruder der Ratschkathl ist der "Dampfplauderer".

Breznsoiza

Wie kommt das Salz auf die Brezen? Ist das etwa ein eigener Beruf? Natürlich nicht: Jemanden als "Breznsoiza" zu beschimpfen, heißt, dass man ihn für ziemlich unfähig hält.

Zwiderwurzn

Was einem zuwider ist, das mag man nicht, das macht einen schlecht gelaunt. Eine Zwiderwurzn ist eine grantige, unangenehme Person.

Hundskrippl, elendiger!

So wird ein freches, unverschämtes Kind genannt - allerdings nur von frechen, unverschämten Erwachsenen. Harmlosere Varianten: Saubazi oder Schlawiner.

Sacklzement, Kreizbirnbaam und Hollerstaun

Wer wütend ist, der flucht meist über Gott und die Welt. Die Kirche findet das natürlich furchtbar. Über Gott lästern? Undenkbar! Deshalb gibt es sogenannte verhüllte Flüche. Mit "Sacklzement" etwa wird vermieden, das Wort Sakrament beim Schimpfen zu verwenden - und so die Religion zu beleidigen.

gscheada Lackl

Ein Lackl ist ein ungehobelter Kerl. Das Wörtchen "gschead" ist wie ein Ausrufezeichen dazu, soll so viel heißen wie gemein oder hinterfotzig.

Gwambbada

Hört sich an wie ein Südseekönig, ist in Wahrheit aber jemand mit Wampe, also sehr dickem Bauch, auch "Blunzn" genannt.

Schoaßdromme

Kohl, Linsen, Zwiebeln: All das rüstet einen zur Pupskanone. In manchen Teilen Bayerns sagt man dazu "Schoaßdromme".

Bist auf da Brennsuppn dahergschwomma?

Die Brennsuppe ist ein Armeleute-essen aus Mehl und Wasser. Gemeint ist: Bist du blöd?

Blattada

Komisch dieses Wort, so mit den drei "a". Gemeint ist damit ein Mann mit der vielleicht einfachsten Frisur, die es gibt: der Glatze.

draamhabbad

Liest sich wie eine Schritt-Schlagfolge beim Schuhplattler, gemeint ist aber jemand, der noch nicht ganz wach ist. Die passende Beschimpfung ist "Tritschla": jemand, der allgemein nicht auf Zack ist.

Bist aufd Baamschui ganga?

In einer Baumschule werden Bäume und Sträucher gepflanzt und gezogen. Dort kann man sicher eine Menge lernen, bloß wenig von dem, was auf dem bayerischen Lehrplan steht. Jemand, der auf die Baumschule gegangen ist, gilt also als dumm.

Noch mehr Schimpfwörter stehen zum Beispiel in diesem Buch: "Zefix! Das Buch zum Fluch", SZ-Edition, 19,95 Euro

© SZ vom 29.09.2018
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