bedeckt München 20°

Ernährung:Rotwein oder lieber Bier?

Alkohol wird weltweit in großen Mengen konsumiert - trotzdem sind die Erkenntnisse über seinen Einfluss auf die Gesundheit widersprüchlich. Ist das Gläschen Wein jetzt gut fürs Herz, oder schadet es doch eher dem Hirn?

Daten zum Thema Alkohol und Herz-Kreislauf Risiken in der Bevölkerung müssen mit Vorsicht interpretiert werden. Das berichten Lawrence J. Beilin und Ian B. Puddey in der Zeitschrift Hypertension.

Erstens nehmen Konflikttrinker - also Personen, die nur in Konfliktsituationen größere Mengen Alkohol trinken - und Menschen mit generell hohem Alkoholkonsum kaum an Untersuchungen teil.

Zweitens wird bei den Mengenangaben gern geschummelt, und drittens ist es schwierig, Trinkverhalten zu bestimmen.

Was das Trinkverhalten anbelangt, so haben mehrere Studien ergeben, dass es ungünstig ist, Alkohol auf leeren Magen zu trinken. Dann entwickelt sich eher ein Bluthochdruck, und das Risiko, an Herzerkrankungen zu sterben, steigt.

Dagegen scheint die Art der konsumierten alkoholhaltigen Getränke weniger wichtig zu sein. Studiendaten weisen darauf hin, dass mäßiger Alkoholkonsum den Blutdruck erhöht - ganz gleich, ob von Bier oder Rotwein.

Alkohol übt einen doppelten Effekt auf den Blutdruck aus: Unmittelbar nach dem Trinken sinkt der Druck wahrscheinlich aufgrund der Gefäßerweiterung, am nächsten Tag aber steigt er an.

In einer anderen Untersuchung wurde nachgewiesen, dass eine Alkoholabstinenz zu einer gewissen Senkung der Blutdruckwerte führt.

Geistige Getränke beeinflussen auch andere Parameter des Körpers. So wurden sie zum Beispiel mit Übergewicht in Verbindung gebracht. Andererseits lässt Alkohol aber auch die Cholesterinwerte ansteigen.

Wie viel Alkohol darf eine Person mit Bluthochdruck (Hypertonie) nun trinken? Kürzlich war in einer Studie zu lesen, dass man über 60-jährigen Hypertonikern, die mehr als 16 Drinks pro Woche zu sich nehmen, zu einer Reduktion ihres Alkoholkonsums raten solle. Internationale Leitlinien zur Behandlung der Hypertonie empfehlen Ähnliches.

Zudem scheint das Trinken für bestimmte ethnische Gruppen, z.B. für die Maori in Neuseeland, gefährlicher zu sein als für andere.

Japaner sterben seltener am Herzinfarkt, dafür ist bei ihnen der Schlaganfall die häufigste Todesursache, und zwischen dem Alkoholkonsum und Schlaganfällen besteht eine lineare Beziehung. Vielleicht hat mäßiges Trinken bei Herzkrankheit einen gewissen Nutzen, doch überwiegen wahrscheinlich seine negativen Effekte.