50 Jahre Diskothek – Der Ausrutscher

Bothe hieß die gute, die gute Disko. Anfang der Achtziger. Bothe, die Tanzschule. Direkt an der Eilenriede, dem großen Stadtwald von Hannover. Wir waren so ungefähr 13 und mussten einmal in der Woche zum Kurs, weil unsere Mütter uns ansonsten das Taschengeld gestrichen hätten.

Doch Samstag gab es Disko. Der Samstag, an dem ich kurze Zeit zuvor immer in die Wanne gesteckt wurde und danach im Bademantel Kung Fu im Fernsehen anschauen durfte.

Die Disko war ein neuer Lebensabschnitt, wir fühlten uns so erwachsen. Auch wenn sie schon um 17 Uhr anfing und um 20 Uhr wieder aus war. Bothe hatte neben der aufgeräumten Tanzfläche auch noch einen engen, niedrigen Schlauch im Keller, der eben nicht den mehr oder weniger ausgereiften Tanzschritten diente, sondern seine Existenz nur dem Hotten, Abrocken, Durchrütteln verdankte. Nach einer Stunde tropfte der Schweiß von der Decke. Alles war mehr als glitschig. Super Frau gesehen, nein Mädchen. Ich hin. Total cool, mit der Tolle von Patrick Swayze. Stellte mich vor sie, sah ihr beim Tanzen zu. Dann machte sie eine Pause und ich kam zu ihr. Locker lehnte ich an der Wand, meine Gleichgewicht wurde gehalten durch meine Hand an der Decke. Doch die Hand rutschte ab, ich fiel hin, direkt auf sie drauf. Ich lag auf dem Mädchen. Das war stürmisch, aber nicht so gewollt. Ich hab' sie nie wiedergesehen.

lala

Im Bild: Teenager in einer Münchner Tanzschule.

Foto: AP

21. Oktober 2009, 12:222009-10-21 12:22:00 ©