bedeckt München 11°

Warhol Kunstverkauf:Hugh Grant trennt sich von Liz

Hugh Grant verkauft ein Warhol-Porträt von Liz Taylor. Er hatte es für 3,5 Millionen Dollar gekauft. Nur sechs Jahre später dürfte es das 10-fache wert sein.

Kunstsammler vom Kaliber eines Hugh Grant gehen nicht selbst in den Auktionssaal, um die Hand zu heben - sie lassen bieten. In diesem Fall war das mehr als schlau: Hätte man am 14. November 2001 bei Sotheby"s in New York gewusst, dass Hugh Grant sich für das großformatige Porträt interessierte, das Andy Warhol 1963 von seiner Kollegin, der Hollywood-Diva Elizabeth Taylor, gemalt hatte, wäre dessen Preis vielleicht erheblich höher gestiegen.

Auf vier bis fünf Millionen Dollar hatte das Unternehmen das türkisfarbene Bild geschätzt. Für vergleichsweise preiswerte 3 580 750 Dollar wurde es schließlich dem Londoner Kunsthändler Gerard Faggionato zugeschlagen. Von dessen Galerie in der Albermarle Street wurde das ein Quadratmeter große Gemälde sofort an Hugh Grant ausgeliefert, seither hing es an einer Wand seiner Wohnung in der britischen Hauptstadt.

Sechs Jahre später trennt sich der Schauspieler nun wieder von dem Gemälde. Am 13. November wird es einer der Höhepunkte in der Contemporary Art-Auktion von Christie"s in New York sein. Das Auktionshaus bestätigt zwar nicht, dass Grant der Einlieferer ist; das tun dafür indiskrete Freunde des Schauspielers, die das Bild in seinem Haus gesehen haben. Christie"s kommentiert nur, der offiziell anonyme Verkäufer wolle sein Interesse künftig Werken jüngerer Künstler zuwenden.

Tatsächlich dürfte auch die Marktentwicklung eine entscheidende Rolle gespielt haben: Seit zwei Jahren erzielen vor allem Warhol-Gemälde Preise, die es zuvor nur im Bereich der Klassischen Moderne, bei Cézanne, van Gogh oder Picasso, gegeben hatte. Der Wert des Taylor-Porträts dürfte sich in den vergangenen sechs Jahren nahezu verzehnfacht haben. Christie"s gibt seinen Schätzpreis vorsichtig mit rund 25 Millionen Dollar an, ohne zu sagen, ob Hugh Grant eine Preisgarantie zugesagt wurde.

Zuletzt kam im Mai 2005 eine der dreizehn gemalten "Liz"-Varianten von 1963, mit rotem Hintergrund, unter den Hammer. Der Londoner Juwelier Laurence Graff bot damals 12,6 Millionen Dollar. Nach dem Warhol-Hype der vergangenen beiden Jahre - erst im Mai dieses Jahres zahlte der Investor Joseph Lau aus Hongkong für den ebenfalls 1963 gemalten "Green Car Crash" 71,7 Millionen Dollar - trauen Händler Hugh Grants Liz Taylor-Porträt inzwischen auch 35 Millionen zu.

Britische Medien amüsieren sich unterdessen vor allem darüber, dass der Titel des Warhol-Gemäldes identisch mit dem Vornamen von Grants langjähriger Freundin Liz Hurley ist. In London lauten deshalb die Schlagzeilen: "Hugh Grant trennt sich von Liz".