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Vorschlag-Hammer:Durchatmen und durchstarten

Zur Zeit ist der international gefragte Weilheimer Lichtkünstler Philipp Geist wieder einmal im europäischen Künstlerhaus Freising zu Gast. Dort hat er das Tonnengewölbe des Schafhofs zu einer begehbaren Lichtkunst-Installation umgestaltet

Auch wenn manches am Ende federleicht rüberkommt, Begriffe und Bildkompositionen ganz locker über die Wände huschen - hinter der Arbeit von Philipp Geist steckt langwierige, präzise Planung und eine aufwendige Logistik. Zur Zeit ist der international gefragte Weilheimer Lichtkünstler wieder einmal im europäischen Künstlerhaus Freising zu Gast. Dort hat er das Tonnengewölbe des Schafhofs zu einer begehbaren Lichtkunst-Installation umgestaltet. Quer durch den Raum hat er Seile gezogen und Stoffbahnen aufgehängt, lässt einen steten Strom abstrakter Muster über die fragilen Wände hinwegflimmern. Wer zwischen diesen herumspaziert, fühlt sich irgendwann wie ein Teil der Projektion.

In der Galerie im Erdgeschoss ist die Multikanal-Videoarbeit Riverine Zones zu sehen, mit der Geist den Betrachter auf eine Entdeckungsreise durch Unterwasserwelten schickt. Mit einer Unterwasser-Kamera hat er Flüsse von Metropolen und kleinen Orten aus allen Teilen der Welt einander gegenübergestellt. Natürlich ist sein Ansatz kein dokumentarischer, aber Geist schafft es auf seine ganz spezielle Weise trotzdem, dem Besucher die Brisanz von Umweltthemen näherzubringen (InBetween, Schafhof Freising, bis 3. Juni).

Ein Performance-Experiment, das eine Verschränkung von theatraler Poesie und visueller Kunst anstrebt, bietet in der nächsten Woche das allen theatralen Experimenten gegenüber aufgeschlossene Metatheater in Moosach. Die brasilianische Schauspielerin Thais Medeiros setzt sich dort in ihrer Performance mit existenziellen Themen wie Leben und Tod, Sein und Nichtsein in unserer Zeit auseinander. Ein Stück, das von den Shakespeare-Figuren Hamlet und Ophelia sowie persönlichen Erfahrungen inspiriert ist (25. April, 19.30 Uhr, Meta Theater, Osteranger 8, Moosach).

Ansonsten empfiehlt es sich, das Wochenende zum Durchatmen zu nutzen, bevor es mit den diversen Musikfestivals losgeht. Den Pollinger Tagen für Alte und Neue Musik etwa, die erst 2016 aus der Taufe gehoben wurden und mit denen sich Pianist Gerold Huber den Herzenswunsch erfüllte, endlich ein eigenes Kammermusikfestival zu haben (29. April bis 6. Mai). Oder den Landshuter Hofmusiktagen, die von sich behaupten, das älteste bayerische Festival für Alte Musik zu sein (3. bis 13. Mai) oder dem Musikfest Eichstätt, (9. bis 13. Mai), zweifelsfrei eines der jüngsten Festivals für Alte Musik - und, und, und. . .