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TV: "Germany's Next Topmodel":Galerien ohne Girls

Für die Modelwürde: ProSieben schützt Heidi Klums Castingshow "Germany's Next Topmodel" mit Knebelparagraphen: Ausführliche Bildergalerien sind ab jetzt verboten.

Früher war es einfach: Ein Fernsehsender warf gefühlte Tonnen von Material über der Presse ab, damit sie gefälligst über diese oder jene Show berichten möge. Inzwischen aber sind TV-Künstler wertvolle Stars, die das Publikum auf eigene Online-Plattformen holen sollen.

Heidi Klum und die GNT-Siegerinnen Barbara Meier (2.v.r) und Jennifer Hof (2.v.l), sowie die Jurymitglieder Rolf Scheider (l.) und Peyman Amin (r.).

(Foto: Foto: dpa)

Zu den wenigen Galionsfiguren von ProSieben gehört Heidi Klum und ihr Casting-Wettbewerb "Germany's Next Topmodel", dessen vierte Staffel jetzt anläuft. Um hier womöglich auf eigene Rechnung bei der Vermarktung viel herauszuquetschen, tritt die Münchner TV-Station nun mit einem restriktiven "Rahmenvertrag" zur Überlassung von Bildern auf. Das Dokument, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, ist geradezu gespickt mit Knebelparagraphen.

Es beginnt damit, dass Bildmaterial kostenfrei nur einmal veröffentlicht werden darf. Strikt sind auch die Vorgaben für Online-Angebote jenseits der Pro Sieben Sat 1 Media AG: Erlaubt sind nur bis zu fünf Bilder "für die Dauer von bis zu sieben Tagen". Das wird die Betreiber von Internet-Portalen, die Models vorzugsweise in Bildergalerien präsentieren, mächtig ärgern.

ProSieben räumt sich das Recht ein, dem Vertragspartner jederzeit die Nutzung des Materials zu untersagen. Auch ist es verboten, die abgebildeten Personen in "erniedrigender oder entwürdigender Art und Weise" einzusetzen - für sie, den Fotografen oder Pro Sieben. Das ist dehnbar wie Kautschuk. Schließlich sei sicherzustellen, "dass der User die online gestellten Bilder weder downloaden, noch in sonstiger Weise speichern oder vervielfältigen kann". Und: "Eine Nutzung mittels Weiterleitbarkeit der Bilder an Dritte ist ausgeschlossen." Die Archivierung der Bilder ist ebenfalls tabu.

Zwar lebt ein Model wie Heidi Klum davon, oft gezeigt zu werden, doch bei Pro Sieben gelten offenbar andere Vorzeichen. Der Sender bereitet im Vertrag einen Strafkatalog von 500 bis zu 100.000 Euro auf. Wichtigen Medien wie Bild gehen diese Drohungen viel zu weit.

Pro Sieben sieht sich im Einsatz von Klum und ihren Epigoninnen. In den vergangenen Jahren seien Fotos der Kandidatinnen "insbesondere online sehr häufig nicht im Zusammenhang mit der Berichtererstattung über die Sendung genutzt worden", erklärt Sprecher Christoph Körfer. Dabei seien "Persönlichkeitsrechte der Mädchen, Markenrechte, Sperrfristen und Rechte der Fotografen verletzt worden". Deshalb, so Körfer, möchte ProSieben die Kandidatinnen und das Programm besser schützen.