Taschenbücher Krimis

Ein Junge, hochbegabter Codeknacker, gerät in eine lebensgefährliche Situation. In einem Krimi geht es um ein geheimnisvolles Erbe.

Von Hilde Elisabeth Menzel

Dieser ungewöhnliche Krimi - erster Band einer geplanten Reihe -, entführt seine Leser in eine Welt voller Rätsel, Codes und futuristischer Maschinen. Unser Held heißt William und lebt mit seinen Eltern in Norwegen. Vor acht Jahren mussten sie England Hals über Kopf verlassen und eine neue Identität annehmen. William weiß nur, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dieser Flucht, dem Verschwinden seines Großvaters, und dem Autounfall, bei dem sein Vater schwer verletzt wurde und seitdem im Rollstuhl sitzt.

William ist hochbegabt und kann jeden Code knacken. Als er im Museum bei einer Ausstellung eine angeblich unlösbare Aufgabe löst, wird er entführt und von geheimnisvollen Fremden zu einem "Institut für Posthumane Forschung" gebracht. Dort erfährt er, dass sein Großvater das Institut gegründet hatte und seit acht Jahren verschwunden ist. Und mit ihm das sogenannte Luridium, eine metallartige Substanz, die übernatürliche Kräfte haben soll.

William wird nun einer der Kandidaten im Institut, deren Aufgabe es ist, die Welt vor dem gefährlichen Luridium zu schützen. Es stellt sich schnell heraus, dass er besser im Code-Knacken ist als alle anderen, was ihm natürlich Feinde einbringt. Zum Glück hat er eine sogenannte Orbis, eine fliegende Kugel, die ständig ihre Form verändert und ihn beschützt. Und auch das Mädchen Iscia hält zu ihm und hilft ihm, seinen Großvater zu suchen. Und damit beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Williams Feinde sind hinter den beiden her. Wird es ihnen gelingen, den Großvater und das Luridium zu finden? (ab 10 Jahre)

Bobbie Peers: William Wenton und die Jagd nach dem Luridium. Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs. Carlsen TB, Hamburg 2018. 240 Seiten, 6,99 Euro.

"Irgendwann habe ich meinem Bruder Jonathan erzählt, dass ich über das, was wir im letzten Jahr erlebt haben, ein Buch schreiben will." Und die dreizehnjährige Holly hält Wort. So erfahren wir von den dramatischen Erlebnissen der Geschwister Jonathan, Holly und Davy, die sich nach dem Tod ihrer Mutter allein durchschlagen müssen. Jonathan ist schon achtzehn und hat das Sorgerecht für seine Geschwister bekommen. Er muss sein Studium aufgeben und jobbt nun in einer Bar, um irgendwie genug Geld zusammenzubekommen, und ist oft verzweifelt.

Doch dann stirbt ihre Tante Irene und hinterlässt den Kindern ihren äußerst wertvollen Schmuck, unter einer besonderen Bedingung. Denn sie war nicht nur klug und reich, sondern auch äußerst exzentrisch und paranoid und hatte ihr gesamtes Erbe verschlüsselt und so versteckt, dass ihr Mann nicht an das Vermögen herankommt. Der Schmuck scheint unauffindbar zu sein, die Kinder müssen ihn suchen.

Da erinnert sich Holly an die fünf seltsamen Fotos in dem Fotoalbum, das Tante Irene ihr kurz vor ihrem Tod aufgedrängt hatte. Wie die Geschwister nun mithilfe dieser Fotos nach vielen abenteuerlichen Umwegen den Koffer mit dem Schmuck auf einer einsamen Insel finden, erzählt Sally Nicholls mit vielen Slapstick-Situationen, dramatischen Höhepunkten und mit drei besonderen Helden, die dem Leser ans Herz wachsen. (ab 11 Jahre)

Sally Nicholls: Eine Insel für uns allein. Aus dem Englischen von Beate Schäfer. Dtv Reihe Hanser, (62686) München 2018. 216 Seiten, 9,20 Euro.