Taschenbücher:Drei schräge Helden

Ein spannendes, komisches und leicht verrücktes Buch für Jungs, in dem plötzlich ein sehr ungewöhnlicher Großvater auftaucht.

Von Hilde Elisabeth Menzel

Drei so schräge Helden findet man selten in der Kinder- und Jugendliteratur. Der elfjährige Ich-Erzähler Nicholas ist hochbegabt, spielt Geige und ist besessen von Primzahlen. In der Klasse gilt er als uncool und ist dementsprechend unbeliebt. Jordan ist der Tunichtgut der Schule, und jede Schandtat wird ihm in die Schuhe geschoben. Und von Zeke ist bekannt, dass er klaut und immer mit zwei Schäferhunden durch die Gegend zieht. Oft genug erscheint er auch nicht zum Unterricht. Bei der Neuverteilung der Spinde muss sich Nicholas einen mit Zeke teilen, der darin seine Schätze aufbewahrt. Seine Feinde, der große und der kleine Isaac, wollen von Nicholas unbedingt den Code für den Spind wissen, aber er verrät Zeke nicht.

Nicholas Vater hat seinen Job verloren, das Geld ist knapp, und im Vorgarten steht ein Schild: "Zu verkaufen". Aber weil Nicholas kleiner Bruder, der als Frühchen zur Welt kam und starb, im Garten unter einem Baum begraben liegt, will er auf keinen Fall, dass das Haus verkauft wird. Rettung kommt von Nicholas Großvater, der viele Jahre im Gefängnis saß und nun plötzlich vor der Tür steht.

Der alte Mann hat eine wertvolle alte Spieluhr in seinem Koffer und behauptet, es gäbe noch andere Erbstücke der Familie, die im verfallenen "Geisterhaus" versteckt seien. Aber seine Tochter glaubt ihm nicht und bringt ihn in ein Pflegeheim. Dort trifft Nicholas seinen Schulkameraden Jordan, der seinen Opa besucht. Die beiden Jungen, zu denen sich auch noch Zeke gesellt, beschließen den Familienschatz zu suchen. Damit beginnt ein spannender Krimi, und die Jungs geraten in immer absurdere Abenteuer.

Natürlich gibt es ein Happy End, aber gänzlich anders als der Leser erwartet. Herrlich verrückte, höchst spannende Ferienlektüre, vor allem für Jungs. (ab 10 Jahre)

Matthew Baker: Diebe, Lügner und Helden wie wir. Aus dem Englischen von Wieland Freund und Andrea Wandel. Carlsen Taschenbuch Verlag, Hamburg 2018, 368 Seiten, 8, 99 Euro.

George ist ein "Loser", und niemand will zu seiner Geburtstagsparty kommen. Dass ihm sein Opa dann auch noch sein altes Rasierwasser schenkt, das seit 30 Jahren abgelaufen ist, macht ihn wütend. Er ahnt ja nicht, welche Wirkung der Duft dieses Wassers auf die Mädchen hat! Nur bei Daniella scheint er nicht zu wirken. Eine herrlich komische Schulgeschichte aus der Reihe dtv short, an der besonders Jungen ihren Spaß haben werden. (ab 12 Jahre)

Frank Cottrell Boyce: Alle lieben George - keiner weiß wieso. Aus dem Englischen von Beate Schäfer. dtv short (71782). Hamburg 2018. 96 Seiten, 6,95 Euro.

© SZ vom 22.06.2018
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