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Taschenbücher:Bücher mit Happy end

Die Teilnehmerinnen eines Schönheitswettbewerbs erleben absurde Dinge. Und der Held setzt sich gegen Mobbing durch.

Von Hilde Elisabeth Menzel

Seit ihrem ersten Kinderbuch "Winn-Dixie", das für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde, hat die Amerikanerin Kate DiCamillo auch bei uns ihre begeisterten Fans, denn sie erzählt ihre Geschichten aus der Perspektive der Kinder, glaubwürdig und berührend, aber auch spannend und mit vielen witzigen Einfällen. In Sabine Ludwig hat sie eine Übersetzerin gefunden, die dafür genau den richtigen Ton findet.

Es geht um drei zehnjährige Mädchen, die an einem Wettbewerb um die "Little Miss Central Florida" teilnehmen, bei dem man eine Menge Geld gewinnen kann. Alle drei haben unterschiedliche Motive. Raymie glaubt, dass sie ihren Vater, der die Familie verlassen hat, mit einem Bild in der Zeitung, das sie als "Little Miss Florida" zeigt, zurückgewinnen kann. Beverly wird - wie sich später herausstellt - von ihrer Mutter gezwungen, an jedem dieser Wettbewerbe teilzunehmen. Diesmal hat sie beschlossen, nicht mehr mitzumachen, und erscheint den anderen als rebellisch und mutig, bis sie mit einem blauen Auge zur Probe kommt. Louisiana geht es um das Geld, denn seit dem Tod ihrer Eltern lebt sie mit ihrer Großmutter auf der Flucht vor der Frau vom Jugendamt, die Louisiana ins Heim stecken will. Und weil sie kein Geld für Futter hatten, musste der geliebte Kater Archie ins Tierheim. Mit dem Geld vom Wettbewerb hofft Louisiana ihn wieder befreien zu können.

Die drei unterschiedlichen, aber jede auf ihre Weise sehr liebenswerten Heldinnen werden Freundinnen und meistern alle absurden und gefährlichen Abenteuer gemeinsam, während ihre Mütter und Väter kläglich versagen. (ab 10 Jahre)

Kate DiCamillo: Little Miss Florida. Aus dem Englischen von Sabine Ludwig. Dtv junior (71848) 2020. 232 Seiten, 8,95 Euro.

"Ich bin übrigens Ben. Für alle, die mich noch nicht kennen. Wenn ich nicht Ben bin, dann bin ich Indianer. Und seit fünf Tagen gehe ich zur Schule." Ben hat schon das A gelernt wie in den Namen seiner beiden Schildkröten, Herrn SowA und Frau LeA, die im Leben von Ben eine große Rolle spielen, gleich nach Ina, Bens Indianerfrau, die im Nachbarhaus wohnt. Über eine Seilbahngondel ist Ben zum Fenster von Inas Zimmer verbunden, was sehr praktisch ist. Wenn sie sich in Inas Garten im Indianerzelt treffen, heißt Ben "Schleichender Donner" und Ina heißt "Stampfende Büffelfrau", und sie fühlen sich groß und stark. Aber in der Schule ist Ben der Kleinste und Jüngste in der Klasse, der fiese Olaf hat es auf ihn abgesehen und lauert ihm sogar auf dem Schulweg auf. Doch gegen Bens großen Bruder Alex, der sich als "Leibwächter" anbietet, hat Olaf keine Chance, und als Ben in der "Tierwoche" Herrn Sowa und Frau Lea mit in die Schule nimmt und die Klasse staunt, was er alles über Reptilien weiß, zeigt sich, dass Olaf auch einen weichen Kern hat. Wie schon in seinem ersten Buch über "Ben" hat sich Oliver Scherz von seiner eigenen Kindheit mit seinem großen Bruder und von seinen Kindern inspirieren lassen. So sind ihm wunderbar lebendige und witzige Geschichten gelungen, die sehr schön mit Illustrationen von Annette Swoboda ausgestattet sind und sich gut zum Vorlesen eignen. (ab 6 Jahre)

Oliver Scherz: Ben. Schule, Schildkröten und weitere Abenteuer. Illustrationen von Annette Swoboda. Carlsen TB (1875) 2020. 112 S., 5,99 Euro.

© SZ vom 31.07.2020

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