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Serie zu den Filmkunstwochen:Nachtblaue Kinoträume

88 bequeme Polstersessel hat das Kino von Werner Scholz. Wer hier Platz nimmt, bekommt Filmkunst aus aller Welt geboten.

(Foto: Catherina Hess)

Das Filmeck Gräfelfing ist mehr als eine gemütliche Vorstadt-Institution. Werner Scholz' Spielstätte kommt weitgehend ohne Blockbuster und Mainstream aus. Für sein anspruchsvolles Programm erhält er Jahr für Jahr Förderpreise

Von Oliver Hochkeppel

Wäre ich ein Geschäftsmann, dann gäbe es das Filmeck Gräfelfing wohl schon lange nicht mehr." Das hat dessen Betreiber Werner Scholz schon vor 15 Jahren gesagt, es stimmt heute wohl mehr denn je. Denn obwohl er mal Großhandelskaufmann gelernt hat, war das Kino für den inzwischen 68-Jährigen mit der auffälligen Brille nie einfach nur ein Beruf oder ein Geschäftsmodell, sondern eine Leidenschaft. Früh hat ihn der Virus erwischt: Schon als kleiner Oberammergauer Bub saß er in den Mittagvorstellungen mit Kinderfilmen, um sich danach oft gleich noch einen Zorro- oder Fuzzy-Western anzuschauen. "Mit zwölf habe ich in unserem Kino das erste Geld verdient, mit 14 stand ich erstmals am Projektor. Ich bin praktisch im Vorführraum aufgewachsen", erinnert er sich. Scholz arbeitete später bei Verleih und als Vorführer, aber schon 1967, mit 19, leitete er zusammen mit einem Freund das erste eigene Kino, in Moosach war das. Als es 1973 schließen musste, übernahm er das Gräfelfinger Kino, das damals noch "Kino West" hieß.

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