Porträt des älteren Lebens-Surfer Allan Weisbecker "Sie hat mich verlassen, obwohl ich ein guter Surfer bin"

Gut aussehen, dealen, Mädchen in sich verliebt machen, auf die perfekte Welle warten: Im Leben des Surfers Allan Weisbecker ging es immer so auf und ab, wie auf den Wogen, die er reitet.

Von Tanja Schwarzenbach

Mit den Surfern ist es wie mit tätowierten Musikern. Sie setzen bei Frauen einen ganzen Apparat an Träumen in Gang. Weil sie machen, was sie wollen. Weil sie für ihre Leidenschaft leben! So stellen wir uns das vor. Wir sehen ihnen dabei zu, wie sie auf glitzernden Wellen gleiten, mit dem Surfboard unterm Arm den Strand entlanglaufen, braun gebrannt natürlich. Gut gebaut, natürlich. Zu ihrem Hund. Den streicheln sie liebevoll, ringen lachend mit ihm um einen viel zu großen Ast. Und sehen dabei unverschämt, unverschämt sexy aus.

Man kiffte, weil es zum Ritual gehörte, und wenn man sich an den Namen der Badenixe neben sich nicht mehr erinnern konnte, fragte man "Willst du mal surfen, Süße?" Damit war das Problem erledigt.

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Es gibt viele solcher Surfer, einer heißt Allan Weisbecker. Er ist 58 Jahre alt, nicht mehr ganz so gut gebaut und nicht mehr ganz so sexy. Dieser Surfer dachte tatsächlich, seiner Freundin komme es darauf an, dass er gut surfe. Kopfschüttelnd stellt er fest: "Sie hat mich verlassen, obwohl ich ein guter Surfer bin."

Weisbecker war in den sechziger Jahren einer der ersten Surfer an der amerikanischen Ostküste. Er steht auf dem Parkplatz am Bahnhof des Long Island Train, um seinen Gast abzuholen, und trägt dabei ein himmelblaues Muskelshirt - mit einer surfenden Frau darauf. Man könnte ihm jetzt erklären, dass es Frauen egal ist, ob der Surfer surfen kann, er darf nur nicht lächerlich aussehen auf seinem Board. Doch Weisbecker hat diesen Satz ohnehin nur fallen lassen, um die Geschichte, um die es hier gehen soll, von hinten aufzuzäumen. Nämlich mit einer Frau, um die derzeit all seine Gedanken kreisen, seine Ex-Freundin. Ehemals: Traumfrau Lisa.