Nominiert in der Kategorie "Gewerbe-/Verwaltungsbau" "Hausschneiderei", Erkheim Ausstellungs- und Präsentationsgebäude der Firma Baufritz

a.ml und partner

Bauherr: Firma Bau-Fritz, Erkheim (Allgäu) Architekt: a.ml und partner, Nürnberg Matthias Loebermann Prof. Dipl. Ing. Architekt BDA Mitarbeiter: Dipl. Ing. Berit Richter Gartenplanung: Dr. Christine Volm, Sindelfingen Kunst am Bau: Agnes Keil, Memmingen Bauzeit: April - September 2005

(Foto: a.ml und partner)

Standort/Nutzung Das neue Ausstellungs- und Präsentationsgebäude der Firma Baufritz, die individuelle, ökologische Einfamilienhäuser in Holzbauweise produziert, steht in Erkheim südlich der neu geplanten Autobahn zwischen Memmingen und Mindelheim.

Die "Hausschneiderei" dient der Information und Präsentation von Bauteilen, Materialien und räumlichen Situationen, sowie als Arbeitsplattform für die Kunden der Fa. Baufritz bei ihren individuellen technischen und gestalterischen Entscheidungen. Auf einer Gesamtfläche von ca. 1700qm werden den Kunden unterschiedlichste räumliche Situationen präsentiert, ergänzend hierzu gibt es sogenannte "Arbeitsbereiche" in denen die Kunden sich alternative Materialkombinationen individuell zusammenstellen und beurteilen können.

Ergänzend werden dem Kunden ein großzügiges Foyer mit Empfang, kleinem Laden und Espressobar, ein betreuter Kinderspielbereich, ein Ruhe- und Wellnessraum, sowie ein ungewöhnlicher "Parcours der Sinne" präsentiert, der aus einer Zusammenarbeit mit der Hochschule Biberach entstanden ist und den Kunden die unterschiedlichen, sinnlichen Qualitäten des Materials Holz zeigt.

Der gesamte Neubau soll mit seiner Architektur als Inspiration und Anregung für die eigenen gestalterischen Entscheidung dienen.

Projekt Mit dem Entwurf wurde ein neuer Typus eines Bemusterungs- und Ausstellungsgebäudes entwickelt. Das ungewöhnliche Nutzungskonzept spiegelt sich auch in seinem äußeren Erscheinungsbild wider. Die neue Wahrnehmung von Raum und Architektur ist ein zentrales Thema bei der gesamten Gestaltfindung gewesen.

Die introvertierte Ausrichtung der Innenräume ermöglicht eine besondere Fassade. Die 60m langen geschlossenen Längsseiten reagieren auf die besondere Situation des Gebäudes direkt an der Autobahn. Man erlebt das Haus zunächst mit hoher Geschwindigkeit von der Bundesstraße her und so wurde das Thema der "Bewegung" in der Hülle aufgenommen. Mittels einer zweischaligen Fassade aus vertikalen frei stehenden Holzlamellen vor einer "Rautenwand" werden durch die Bewegung im Auge des Betrachters Interferenzmuster gebildet, die den Eindruck einer sich kontinuierlich verändernden Struktur erzeugen, obwohl es sich um eine "starre" Konstruktion handelt. Je nach Bewegungsgeschwindigkeit verändert sich die Geometrie der Muster.

Die Eingangsfassade ist vollständig verglast und bietet so ungestörten Ausblick auf das bei schönem Wetter sichtbare Alpenpanorama. Ansonsten werden die einzelnen Nutzungsbereiche durch fünf unterschiedliche, themenbezogene Innenhöfe und Atrien belichtet. Der Kontrast zwischen Architektur und gestalteter Natur ist ein zentrales Thema bei der gesamträumlichen Konzeption des Ausstellungsgebäudes. Innen- und Außenraumbereiche bilden eine zusammengehörige Einheit. In den Ausstellungsbereich eingestellte Raumwürfel strukturieren die Wegeführung der Kunden und thematisieren unterschiedliche Aspekte des Wohnens.

Das eingeschossige, ca. 62m x 30m große Gebäude ist komplett vorgefertigt und aus Holz errichtet. Sämtliche Wand- und Deckenkonstruktionen sind entsprechend der von Baufritz entwickelten Wandaufbauten mit Holzschnitzeldämmung dampfdiffusionsoffen konstruiert.

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