Neuer Filmpreis Pures Leben

Werner Herzog ehrt Hubert Sauper

In Vanuatu im Südpazifik verehren sie einen amerikanischen Soldaten namens John Frum, der in einem Vulkan haust und eines Tages herauskommen und an alle Einheimischen Geschenke verteilen wird. So geht eine der vielen mythischen Geschichten, die um die aktiven Feuer speienden Vulkane in aller Welt entstanden. Werner Herzog ist monatelang durch die Welt gezogen und hat Vulkane und Geschichten erforscht, selbst in Nordkorea durfte er drehen, zusammen mit dem Vulkanologen Clive Oppenheimer, den er beim Dreh seines Films "Encounters At The End Of The World" in der Antarktis kennenlernte. Ihren Film "Into The Inferno" wird Herzog am Sonntag, 23. Oktober, im Filmmuseum München zeigen.

Auch Werner Herzog hat an diesem Wochenende ein Geschenk dabei, den mit 5000 Euro dotierten, erstmals vergebenen Werner-Herzog-Filmpreis, den er überreichen wird an den österreichischen Filmemacher Hubert Sauper - der prämierte Film "We Come As Friends" läuft am Freitag, am Samstag werden Sauper und Herzog über ihre Filme und ihr Metier ein Gespräch führen.

Hubert Sauper wurde bekannt durch seinen Film "Darwins Nightmare", 2004, nominiert für den DokumentarfilmOscar. Wie bei Herzog fließen auch bei Sauper Dokumentarfilm und Fiktion ineinander. "We Come As Friends" erzählt von einer Reise im Südsudan, mit einem selbstkonstruierten kleinen Flugzeug, es geht um die Effekte von Kapitalismus, Kolonialismus, Politik - selbst der bestgemeinten, inklusive der Initiativen von George Clooney. Ich möchte nichts erklären, sagt Hubert Sauper, nur zwei Stunden pures Leben. Und da gibt es eine Menge, was keine Untertitel hat.

Werner-Herzog-Filmpreis, Fr., 21., bis So., 23. Okt., jew. 21 Uhr, Filmmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1