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Nachruf:Zum Tod von Hans Günter Nöcker

Der Bassbariton Hans Günter Nöcker, am 22. Januar 1927 im westfälischen Hagen geboren, gehörte mehr als 43 Jahre dem Ensemble der Bayerischen Staatsoper an.

(Foto: OH)

Es bleibt unvergessen, wie Hans Günter Nöcker sich in der Uraufführung von Aribert Reimanns "Lear" als geblendeter, blutverschmierter Gloster das Leben nehmen will: "Ich habe Zeitgenössische immer gerne gesungen, weil es darstellerisch so reizvoll war", versicherte Nöcker, der Dr. Schön 1967 in der szenischen Münchner Erstaufführung von Bergs "Lulu" verkörperte oder tragende Rollen übernahm in Orffs "Antigone", "Prometheus" und "Oedipus der Tyrann". Im Wagner-Fach war er Telramund, Klingsor, Holländer oder hintersinnig komischer Beckmesser in den "Meistersingern". Das lag dem Bassbariton ebenfalls, der privat einen herrlich trockenen Humor besaß und stets einen guten Witz auf Lager hatte. Bereits von 1954 an war Nöcker in Stuttgart engagiert, sang unter Wieland Wagner Pizzaro in "Fidelio", Jochanaan neben der jungen Anja Silja in "Salome" oder mit Martha Mödl "Elektra". Von 1962 bis zum 1. Dezember 2003, als er sich mit dem Krušina in der "Verkauften Braut" von seinem Publikum verabschiedete, war er Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper. Am vergangenen Mittwoch ist Hans Günter Nöcker im Alter von 92 Jahren gestorben.