Jazzwettbewerb:Reife Jugend

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Kurt-Maas-Preisverleihung im Gasteig

Von Oliver Hochkeppel

Im Jazz ist vieles noch jung, die Akademisierung zum Beispiel. Erst 26 Jahre ist es her, dass Kurt Maas am Richard-Strauss-Konservatorium eine Jazzabteilung aufbaute, aus der das heutige Jazzinstitut der Musikhochschule hervorging. Der nach diesem Pionier der Jazzpädagogik benannte, vom Jazz-Mäzen Camillo Dornier gestiftete und alle zwei Jahre als Wettbewerbspreis unter den Münchner Jazzstudenten verliehene "Kurt Maas Jazz Award" wiederum ist, obwohl erst zum dritten Mal vergeben, Vorreiter unter den lokalen Nachwuchspreisen. Mit dem "Jungen Münchner Jazzpreis" und dem "BMW Young Artist Jazz Award" sind inzwischen andere gefolgt.

Unvorstellbar war vor 25 Jahren auch, auf welchen Niveau Jazzstudenten heute spielen. Davon konnte man sich jetzt im Carl-Orff-Saal beim Preisträgerkonzert ein Bild machen. Die drei Gewinner, aus 16 Bewerbern ermittelt, von denen fünf einer prominent besetzten Jury vorspielen durften, zeigten jeder auf seine Art, wo der Jazz heute steht. Sehr lyrisch und im Duo mit einem Pianisten etwas trocken wirkte die Klarinettistin Rebecca Trescher, drittplatzierte und älteste im Feld, die schon in Nürnberg studiert und bereits mehrere Alben vorzuweisen hat. Dynamisch, frisch und mit einem bestens eingespielten Quartett überzeugte der junge Schlagzeuger Zhitong Xu als Zweiter. Schließlich mit einem großartigen, manchmal an Stan Getz erinnernden Ton, stupender Technik und einem vom Horace-Silver-Balladen-Standard bis zum wilden Nirvana-Cover extrem breiten Repertoire bestach der Hauptpreisträger am Tenorsaxofon Moritz Stahl.

Als Gewinn darf man nicht nur die Preise betrachten: die Teilnahme an der Sommerakademie am Berklee College of Music und Auftritte im Bayerischen Hof und bei den Ottobrunner Konzerten. Denn Beate Sampsons Moderation über die Video-Einspieler und ein Al-Jarreau-Tribute bis zum Gastauftritt des immergrünen Klaus Doldinger mit dem U.M.P.A. Jazz Orchestra sorgten für den attraktiven Rahmen der Veranstaltung im ausverkauften Carl-Orff-Saal.

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