Filmtipp des Tages Vergessen in Frankreich

Antek Liebmann flieht nicht ins ländliche Idyll Nordfrankreichs, um sich vom stressigen Lehrerdasein zu erholen - so viel steht fest. Ruhelos richtet er sich in der Ferienwohnung ein, schläft nicht, trinkt. Auch sucht der Mann aus Deutschland keinen Kontakt zu Dorfbewohnern, selbst den Flirtversuchen seiner reizenden Nachbarin Geneviève weicht er aus. Stattdessen hört Antek lieber nächtelang Radio, stellt Möbel um oder streift durchs Unterholz, einer dunklen Vorahnung folgend. Denn von seinem Vermieter Antoine weiß er, dass sich in den umliegenden Wäldern ein Mörder herumtreibt. Jules Hermann erzählt in ihrem Debütfilm die Geschichte eines ungefähr 40-jährigen Mannes, der in der Provinz ein neues Leben anzufangen versucht. Fernab von Zuhause scheint er etwas vergessen zu wollen. Was, das verrät die Regisseurin lange nicht. Erst ein ungebetener Besuch aus der Heimat deckt Anteks dunkles Geheimnis auf - und zwingt ihn dazu, sich seiner Vergangenheit zu stellen. "Liebmann" ist ein Drama voller falscher Fährten, Merkwürdigkeiten und Tiefe.

Liebmann, Regie: Jules Hermann, Mo., 30.1., 20.30 Uhr Werkstattkino, Fraunhofer Straße 9