Filmprojekt: "Deutschland 09" Es wird nicht leicht

Ein Dutzend Regisseure planen einen Film zur Lage der Nation. An sich schon ein schlechtes Zeichen. Was werden sie uns vor Augen führen?

Was werden ein Dutzend deutscher Filmemacher finden, wenn sie sich auf die Suche machen nach der Stimmung der Nation? Ein beschwingtes, leichtes Stück ist derzeit nicht zu erwarten.

Verschwommenes Bild - noch weiß man nicht, wie die Regisseure die Lage der Nation beurteilen werden.

(Foto: Foto: dpa)

Tom Tykwer wird, mit elf Kollegen, Ende Juli mit der Arbeit an "Deutschland 09" beginnen, einem Episodenfilm zur wackligen Lage der Nation, produziert von Tykwer und Dirk Wilutzky.

Eine endgültige Liste der Mitarbeiter neben Tykwer steht noch nicht fest, voraussichtlich drehen die einzelnen Stücke Fatih Akin ("Auf der anderen Seite"), Dominik Graf ("Der Felsen"), Romuald Karmakar ("Hamburger Lektionen"), Wolfgang Becker ("Good Bye, Lenin!"), Nicolette Krebitz ("Jeans"), Hans Steinbichler ("Winterreise"), Isabelle Stever ("Erste Ehe") und Hans Weingartner ("Die fetten Jahre sind vorbei"), einmal quer durch die Republik - in Berlin, Potsdam, Hamburg, München.

Inhaltlich vorgegeben wird nichts bei diesem Projekt, es werden sowohl kleine Spielfilme als auch Dokumentationen dabei sein. "Ein Dutzend individuelle filmische Blicke auf das, was wir heute und jetzt als Heimat erleben - und wie wir uns in diesem Land verorten, verirren, verstricken", beschreibt Tom Tykwer das Projekt, das er initiiert hat.

Die Idee an sich ist schon ein Ausdruck von Krisenstimmung - wenn sich die cineastischen Spitzenkräfte der Nation zusammenfinden, dann ist meistens was faul im Staate Deutschland.

Der vage Bezugspunkt ist "Deutschland im Herbst", der legendäre Episodenfilm, in dem Schlöndorff, Kluge, Fassbinder, Reitz, Sinkel und andere sich ihren Reim machten auf die BRD 1977, als die RAF das bestimmende Thema war.