Filmfest Cannes denn Glamour Sünde sein?

Zweifelsohne, die Filmauswahl war gut, und fragte man Toni Erdmann, so würde er schelmisch grinsend seine schiefen Zähne zeigen. Dafür gab es dickes Lob, also für die Komödien und Dramen aus aller Welt. Was Kritiker vermissten bei Deutschlands lässiger Sommerfilmfestsause, waren die Stars. Die Berlinale hatte George Clooney, Meryl Streep und viele mehr, das Filmfest München hatte Ellen Burstyn und Harry G. Genau, den Oberpfälzer Comedy-Grantler, der der Eröffnung, nun ja, einen doch eher provinziellen Charakter aufschwatzte. Nun könnte man es wie Klaus Lemke halten, der angesichts des Mangels an Hollywood-Schönheiten sagte, das Filmfest müsse sich seine Stars eben wieder selbst machen. Problem dabei: Die Leiterin Diana Iljine hatte bei ihrem Antritt vor fünf Jahren mehr Glamour und "bekannte Stars" versprochen, und zuletzt gab es davon weniger als mehr - trotz größerer Budgets und Besucherzahlen. Dieses "magische Filmfest-Flimmern" wird man wohl auch 2017 suchen, was spannend werden dürfte: In Cannes, wo die Filmgrößen auch gerne mal vorbeischauen, feiert man 70-Jähriges - nur wenige Wochen vor der Münchner Eröffnung am 22. Juni.