Emmy-Verleihung Die Emmy-Verleihung und ihre Eitelkeiten

Die Actionserie "24" war der Star des Abends. Doch vielen Preisträgern wurde das Wort abgeschnitten. Dankesreden gelten als Quotenkiller.

Die Serie um den Schauspieler Kiefer Sutherland wurde als beste Serie in der Kategorie Drama und für die beste Regie ausgezeichnet. Hauptdarsteller Sutherland erhielt zudem einen Emmy als bester Akteur. Das im Vorfeld hoch gehandelte Medizin-Drama "Grey's Anatomy" ging bei der Zeremonie am Sonntag in Los Angeles leer aus.

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Wegen ausschweifender oder nichtssagender Dankesreden gelten Preisverleihungen dieser Art als Quotenkiller. "24"-Star Sutherland bewies dieses prompt in seiner Ansprache: "Hin und wieder gibt es so einen Abend, der einen daran erinnert, dass man sehr viel bekommen hat und dies ist so ein Abend", sagte Sutherland. "Die Erfahrung bei '24' waren für mich einfach bemerkenswert."

Empörung von Paltrows Mutter

Um weiteren Längen vorzubeugen, wurde bei einigen Rednern nach wenigen Minuten die Musik so laut gestellt, dass sie aufhören mussten. Blythe Danner, die Mutter von Gwyneth Paltrow, empörte sich darüber auf der Bühne: "Ich denke, ich habe dem Showtime zu danken, auch wenn sie uns abgebrochen haben". Danner erhielt einen Emmy als beste Nebendarstellerin in der mittlerweile eingestellten Fernsehserie "Huff".

Den Preis als bester Nebendarsteller in einem Drama bekam Alan Alda für seine Rolle als republikanischer Präsidentschaftskandidat in der Serie "The West Wing". Es war der 26. Emmy für die Serie, die damit einen Rekord aufstellte. Die Serie wurde inzwischen nach sieben Staffeln beendet.

Megan Mullally erhielt die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin in der Kategorie Komödie für ihr Mitwirken in der Sitcom "Will & Grace", von der es aus keine neue Staffel mehr geben wird. Den Emmy als beste Comedy-Serie bekam "The Office". Als bester Darsteller in der Sparte Komödie wurde Tony Shalhoub ("Monk") ausgezeichnet.

Bei den Frauen konnte Julia Louis-Dreyfus den viel zitierten "Seinfeld"-Fluch besiegen, nach dem die Ensemble-Mitglieder der in den USA äußerst erfolgreichen Serie keine erfolgreichen neuen Shows auf die Beine stellen können. Sie gewann für ihre neue Serie "The New Adventures of Old Christine" die goldene Trophäe. Beste Darstellerin in einer Drama-Serie wurde Mariska Hargitay für ihre Rolle in "Law & Order: Special Victims Unit".

Zu den weiteren Preisträgern gehörte unter anderen der Sänger Barry Manilow. Leer ging dagegen Ellen Burstyn aus, deren Nominierung für Aufsehen gesorgt hatte. Burstyn war für ihren nur 14 Sekunden langen Auftritt in dem Fernsehfilm "Mrs. Harris" als beste Nebendarstellerin nominiert. Der Preis ging aber an Kelly Macdonald für "The Girl in the Cafe".

"Mel Gibson hat eine neue Sendung bei al-Dschasira"

Die schwangere Heidi Klum kam mit Ehemann Seal zur Emmy-Verleihung. Sie überreichte einen Preis, war jedoch selbst für ihre Serie "Project Runway" nicht nominiert. Durch den Abend führte Komiker Conan O'Brian, der gleich zu Beginn der live übertragenen Show für Aufsehen sorgte. In einem Kurzfilm wurde gezeigt, wie O'Brian an Bord eines Privatjets Champagner trinkt und fragt "Was kann heute Abend schon schiefgehen?". Dann stürzt das Flugzeug auf einer Insel ab, die der aus der Serie "Lost" ähnelt. Kritiker zeigten sich empört über die Absturzszene, nachdem kurz zuvor bei einem Flugzeugunglück im US-Staat Kentucky 49 Menschen ums Leben gekommen waren.

Doch der Moderator fing die Stimmung schnell wieder auf. So karikierte er Mel Gibson, der vor kurzem durch antisemitische Äußerungen in Ungnade aufgefallen war: "Alec Baldwin hat eine neue Show bei NBC, James Wood bei CBS und Mel Gibson hat eine neue Sendung bei al-Dschasira."