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Damals und Heute:Splitternde Gitarren

Hendrix

Es kann ja nicht jeder ein Linkshänder sein: Was aber den Gitarrensound betrifft, so kommt Marc Dorendorf recht nahe an sein Vorbild Jimi Hendrix heran.

(Foto: Bruce Fleming/AP, Marc Dorendorf)

Marc Dorendorf spielt noch einmal Jimi Hendrix

Am 9. November 1966 zerschlägt Hendrix zum ersten Mal seine Gitarre. Eigentlich ist es nur ein Unfall. Tobende Fans zerren den jungen Jimi vor Begeisterung von der Bühne, der Hals seiner Stratocaster bricht. Hendrix ist wütend, schlägt seine Gitarre klein und merkt, dass das gut ankommt. Der Zerstörungsakt wird Bestandteil des Programms seiner The Hendrix Experience-Shows. Und alles begann vor fast 50 Jahren im November im Big Apple. In den Sechzigern und Siebzigern bildet der Münchner Club in der Leopoldstraße das Epizentrum für Konzerte so mancher Rocklegende. Eric Burdon, die Kinks, die Yardbirds: Alle treten sie auf im Rockschuppen, Leopold-, Ecke Giselastraße. So auch Hendrix.

Das Big Apple hat lange schon seine Pforten geschlossen und auch Hendrix' letztes Konzert auf Fehmarn liegt Dekaden zurück. Marc Dorendorf bringt die Hendrix'sche Energie aber zurück auf die Bühne. Seit 1990 spielt er jährlich zu Jimis Todestag. Am Samstag plant Dorendorf nun sein letztes Konzert zu Ehren der Rocklegende. Der Grund: Schlagzeuger Joe Kidd zieht zurück in die USA, und "gleichwertigen Ersatz zu finden, ist schwierig". Damit zeigt sich Dorendorf ähnlich solidarisch wie Hendrix, der 1966 der Bravo sagte, bei der Jimi Hendrix Experience gehe es nicht nur um ihn, sondern auch um den Schlagzeuger Mitch Mitchell und den Bassisten Noel Redding. Im Juni 1969 war die Experience dann am Ende. Vielleicht gibt es ja eine Zukunft für Dorendorf als Hendrix. Diesmal mit einem Münchner Schlagzeuger.

Marc Dorendorf plays Hendrix, Sa., 22. Oktober, 20 Uhr, Rockmuseum, Olympiaturm, Spiridon-Louis-Ring 21