César-Trophäen in Paris Fräulein Sonnenschein

Einen Tag vor der Oscar-Vergabe hat die US- Familienkomödie "Little Miss Sunshine" den französischen Filmpreis César als beste ausländische Produktion gewonnen.

Großer Sieger bei den französischen Filmpreisen am Samstagabend im Pariser Theatre du Chatelet war "Lady Chatterley" von Regisseurin Pascale Ferran mit fünf Trophäen, unter anderem für den besten französischen Film und die beste Darstellerin (Marina Hands).

Der Streifen "Ne le dis à personne" ("Sag es niemandem") konnte vier Césars gewinnen. Der Kriegsfilm "Days of Glory" von Rachid Bouchareb musste sich mit dem Preis für das beste Drehbuch begnügen. Leinwandstar Gérard Depardieu, für seine Rolle als alternder Provinzsänger in "Chanson d'amour" nominiert, ging diesmal leer aus.

Mit einem Ehren-César wurde posthum dem im November im Alter von 76 Jahren gestorbene Schauspieler Philippe Noiret ("Das große Fressen", "Cinema Paradiso") die Reverenz erwiesen. Ehren-Césars erhielten auch die französische Schauspielerin Marlene Jobert und der britische Schauspieler Jude Law.

"Lady Chatterley" basiert auf dem Roman von D.H. Lawrence und beschreibt die leidenschaftliche Liebesgeschichte zwischen einer jungen großbürgerlichen Ehefrau und dem Wildhüter ihres Mannes.

Der Roman von D.H. Lawrence war in England und USA bis 1960 verboten. Der Film gewann auch den César für das beste Drehbuch nach literarischer Vorlage. "Little Miss Sunshine", für die Oscar-Gala am Sonntagabend in Hollywood unter anderem in der Kategorie bester Film nominiert, handelt von dem Schönheitsköniginnen-Wahn der Amerikaner und ist gleichzeitig eine Familiengeschichte über Zusammenhalt und Verständnis. In Frankreich haben den ersten Langspielfilm von Jonathan Dayton und Valerie Faris rund 1 Million Zuschauer gesehen.

Der Preis für die beste Regie ging an den 33-jährigen Guillaume Canet für den Thriller "Ne le dis à personne". In dem Film nach einer Buchvorlage von "Tell no one" von Harlan Coben geht es um einen Mann namens David, der acht Jahre nach dem Tod seiner Frau eine Nachricht erhält, in der es heißt, dass sie noch am Leben sei. Der César für den besten Schauspieler ging an François Cluzet in "Ne le dis à personne".