So machen Sie sich lächerlich:

Indem Sie "so tun als ob". Und selbst das noch vermasseln. Wer diese Technik noch nicht draufhat, schielt zu unserem Ex-Verteidigungsfreiherrn hinüber, oder aber, noch viel besser: nach China. Die Aufklärungsdroschke ist da als eine Art Disneyworld für die gehobenen Stände installiert worden - im Museum. Der Staat indes betrachtet mit interesselosem Wohlgefallen die mitgebrachten Kunstdinge und macht weiter sein eigenes Ding. Das weiß man sogar ohne Wikileaks - nur tun trotzdem alle so, als sei es anders. Vielleicht kann man ja Geschäfte mit denen machen. Das Political-Correctness-Spielchen hätte sogar noch ein Weilchen funktionieren können, hätte sich das ferne Land nicht gerade ins eigene Bein geschossen. Mit seiner neuesten Kunstzensur-Aktion liefert China wieder einmal großes Kino - wenn man die stelzigen Versuche des Staates beobachtet, sich westlich moderat, also kapitalistisch zu geben und dabei doch der Welt das Gegenteil zu beweisen. Während also Peking medienwirksam die Ausstellung "Kunst der Aufklärung", eigentlich aber nur sich feiert, stecken die Behörden den chinesischen Künstler Ai Weiwei hinter Gitter, der wie kein Zweiter für die Werte der Aufklärung steht. Blöd nur, dass das jeder mitbekam. Auch blöd, dass jetzt jeder, aber auch wirklich jeder, den Politaktivisten Ai Weiwei kennt. Aus der Nummer kommt das rigorose China so einfach nicht mehr raus.

Bild: AFP 8. April 2011, 14:582011-04-08 14:58:28 © sueddeutsche.de/dato