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Unsterblichkeit:Der Ernst des Lebens

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Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen.

Außerdem behalten wir uns vor, Leserbriefe auch hier in der Digitalen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung und bei Süddeutsche.de zu veröffentlichen.

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Seit Milliardäre aus dem Silicon Valley an der Abschaffung des Todes arbeiten, fürchten sich Menschen plötzlich wieder vor der Unsterblichkeit. Die Vorstellung, ewig zu leben, bezeichnet einer der Leser als Hölle.

"Mut zur Ewigkeit" vom 28./29. Juli:

Tut mir leid, aber dieser Artikel beschäftigt sich auf flapsige und geradezu fahrlässige Weise mit sehr ernsten Dingen. Wenn es wirklich gelänge, den Tod abzuschaffen, also wenn die Menschen ewig leben würden, also nicht nur ein paar Hundert Jahre, sondern Jahrtausende, gar Jahrmillionen, würde sich einiges ändern. So gäbe es praktisch keine Kinder mehr. Irgendwelche Neuerungen dürfte es daher kaum geben, denn die gehen immer von jungen Leuten aus. Auch ist das menschliche Gedächtnis endlich. Die Menschen müssten also fast alles, was sie erlebt haben, vergessen, damit sie sich Neues merken können. So stelle ich mir die Hölle vor.

Thomas Leichner, Wolfratshausen

Ist das Satire?

Weshalb sollte ich mich vor der Unsterblichkeit fürchten? Ich habe schlicht kein Interesse daran. Wie es im Psalm heißt, 70 Jahre, 80 Jahre und gegenwärtig noch eine mögliche Draufgabe, und dann sollte mal gut sein. Danach sieht man weiter. Ich fürchte eher irgendwelche empathielosen Milliardäre, die selbstsüchtig mit Geld um sich werfen, und Journalisten, die daraus Storys einer schönen neuen Welt zimmern. Ich hätte viele Ihrer niedergeschriebenen Auffassungen zu bekritteln, von denen ich nicht weiß, ob sie Satire sind oder ernst gemeint. Der medizinische Fortschritt der Vergangenheit war nicht irgendwelchen überkandidelten Milliardären mit ihren Neurosen zu verdanken, wie Sie den Anschein erwecken wollen.

Harald Döbrich, Nürnberg

© SZ vom 24.08.2018
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